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Südesseefeeling am Maschsee.

Städtisches Flair und Südseefeeling: all dies bietet die Südstadt© Christian Behrens

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Südstadt

Eine Insel mit viel Kinderlachen

Mehr Süden geht nicht: "Ist doch ein Traum hier!"

Drei Farben Südstadt: das Glitzerblau des Maschsees, das stille Grün der mächtigen Bäume auf dem Engesohder Friedhof, die „Rote Moderne“ der Klinkerbauten am Geibelplatz. Drei Töne Südstadt: das Rauschen des Verkehrs auf Hildesheimer und Marienstraße, das Zwitschern der Vögel am Bertha-von-Suttner-Platz, das Lachen der Kinder.

Kinder? Es ist noch gar nicht so lange her, da herrschte dieses Vorurteil: „In der Südstadt gibt es mehr Dackel als Babys.“ Rentnerstadtteil. Beamtenvorstadt. Ruhestandsquartier. Reinhold Müller hat sogar noch einen Namen aus der damaligen Zeit parat: „Känguru-Viertel“, sagt lachend der Mann, der seit 1967 bei „Käse-Schaub“ an der Hildesheimer Straße 250 Sorten Käse verkauft. „Große Sprünge machen, aber nichts im Beutel haben.“

Das dürfte sich geändert haben: Die Südstadt scheint denselben Weg einzuschlagen wie der Prenzlauer Berg in Berlin, bestes Beispiel sind Lin-Kristin Klauenberg (27) und Bettina Obst (29). Sie haben sich vor etwa einem Jahr in der Südstadt kennengelernt. „Da hatten wir beide einen dicken Bauch“, erzählen sie lachend. Heute schieben sie gemeinsam ihre Söhne im Kinderwagen zum Bioladen. „Es wimmelt hier von Kindern“, sagt die Ex-Lindenerin Klauenberg, die mit dem Umzug ihrem „Bauchgefühl“ gefolgt ist.

Die Verjüngungskur ist dem Stadtteil anzusehen: Auf den Spielplätzen herrscht Hochkonjunktur, der Bolzplatz auf dem Stefansplatz ist bei kickenden Vätern und Söhnen heiß begehrt, auch die Gastronomie verändert sich. „Glüxkind“ und „Goldfisch“ heißen Neueröffnungen, das „Högers 1910“ in der Oesterleystraße zieht Leute aus anderen Stadtteilen an. Neue Ideen haben hier neben Klinkerbauten, Gründerzeithäusern und schlichten Mehrfamilienblöcken Platz: Die „Vasati“-Wohnungen an der Hildesheimer Straße folgen der Harmonie-Lehre Feng Shui, die „Q’Artis“-Bauten haben zwischen Krausen- und Schlägerstraße verschlungene Innenhöfe. Neuer Stil – das bedeutet auch neues Publikum.

„Das tut dem Viertel gut“ – Ralf Düsseldorf muss die „aufstrebende“ Südstadt nicht mehr entdecken, der 38-Jährige liebt sie sein Leben lang: „Ist doch ein Traum hier.“ Urban sei das Viertel, trotzdem gebe es noch ein intaktes Nachbarschaftsgefühl – „man hilft und unterstützt sich gegenseitig“.

Vor allem die Händler sind aktiv: 169 haben sich zum Wirtschaftsforum zusammengeschlossen. „Wir haben eine Riesenvielfalt“, schwärmt der Vorsitzende Peter Remm (40). Der Augenoptiker vergleicht das Viertel mit einer Insel: „Wenn sie eine Mauer drum herum ziehen, wäre das kein Problem – alles da, was man braucht.“

Warum wird die Südstadt immer beliebter? Remm schmunzelt: „Die List war eben voll.“ Er zitiert die vielen Schulen, das Kita-Angebot, die Anbindung an die City, den Maschsee und die Nähe zur Eilenriede. „Die Identifikation mit dem Stadtteil ist riesig.“ Stimmt. Die Südstadt gehört in Umfragen zu den Vierteln mit der höchsten Einwohnerzufriedenheit.

Mein Bäcker. Mein Italiener. Mein Maschsee. Wenn Bernd Müller von der Südstadt schwärmt, hat das nichts zu tun mit der protzigen Ton des Werbespot-Klassikers, sondern mit Stolz und Heimatgefühl. Der 63-Jährige lebt zusammen mit seiner Frau Anne seit 28 Jahren im Viertel, an seinem Briefkasten klebt der Slogan „Andere reisen in den Süden – wir sind schon da“.

Stolz liegt in Müllers Stimme: „Wir möchten nicht woanders leben. Niemals.“ Weil der türkische „Handbäcker“ Fuat Yakup mit urdeutschen Produkten nebenan ein Anziehungspunkt ist. Weil der Wirt des Lokals „Adriatico“ immer eine Melodie auf den Lippen hat. Weil man vom „Insel“-Biergarten am Südufer des Maschsees aus beobachten kann, wie die Sonne hinter dem Rathaus untergeht. Mehr Süden geht nicht.


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Das Video

Die große Stadtteilserie der NP stellt Ihre Heimat vor. Das Video zum Besuch im Zooviertel sehen Sie hier.