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Reiterhof Stolberg

Der Reiterhof Stolberg nutzt die ehemalige Pferderennbahn in Bult zum Galoppieren.© Christian Behrens

Bult

Viel Kinderspaß im Bulter Bullerbü

Und beim „Hexentreffen“ werden Pläne geschmiedet.

Wer hier wohnt, ist stolz darauf. Lange bevor es hip war, Shirts mit Hannover-Logos anzuziehen, trugen die Bulter ihre eigene Kreationen wie „Bultjunge“ oder auch „Bulthexe“. So nennen sich die jungen Mütter des Viertels, einmal im Monat kommen sie zum „Hexentreffen“ zusammen, tauschen Neuigkeiten aus, gehen Gerüchten auf den Grund, schmieden Pläne.

Auf der Bult treffen sich Generationen: In den Altenheimen leben ältere Menschen, Studenten prägen das Straßenbild – auf der Bult gibt es mehrere Wohnheime. Aber auch kleine Reihen- und viele Einfamilienhäuser, sogar Villen. Trotz der unterschiedlichen Einwohnerstruktur: Bulter sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Ein Schwätzchen hier, das Austauschen von Neuigkeiten da – der Gang durchs Viertel kann dauern. Die Erwachsenen feiern zusammen, kochen, reden, helfen sich gegenseitig. Allein sein muss keiner. Miteinander leben, Dinge gemeinsam anpacken und aufeinander im positiven Sinne aufpassen, das ist hier eine Selbstverständlichkeit.

Ideal ist das Viertel für Kinder. Sie wachsen gemeinsam auf, gehen zusammen in den Melanchthon-Kindergarten, fahren gemeinsam zur Schule, verabreden sich nachmittags. Häufig sieht man ganze Pulks durch die Straßen ziehen oder über den Spielplatz toben – Astrid Lindgrens Bullerbü lässt grüßen.

Der Spielplatz hat fast den Charakter eines Dorfplatzes: Eltern bringen Kaffee und Kuchen mit, halten einen Plausch, während die Kinder kicken, im Sandkasten toben oder über die Kletterburg balancieren.

Diese Verbundenheit zahlt sich aus: Gibt es Probleme, sind die Bulter – und zwar alle – schnell zusammengetrommelt, Engagement gehört zum guten Ton. Als das Grünflächenamt den mit Büschen und Bäumen bewachsenen Grünstreifen des Bischofsholer Dammes opfern wollte, wurde die Ortsbegehung der Politiker zur Demo. Resultat: Die Bäume stehen heute noch da.

Aus einer Väterinitiative sind auch die „Bultkicker“ entstanden, 120 Kinder werden auf dem Sportplatz an der Menschingstraße trainiert – ehrenamtlich natürlich. Nachwuchsprobleme gibt es hier nicht. Und einmal in der Woche kämpfen auch die Bultväter um Tore. „Bei uns gibt es Kerzen, Lattenknaller und ausgeglichene Kinder – Punktspielbetrieb und Leistungskader überlassen wir den anderen“, sagt Daniela Beyer, die die Internetseite der Bultkicker betreut. Dem heiß geliebten Sportplatz droht allerdings die Bebauung, die Eltern kämpfen gegen die Pläne.

Wer mit dem Auto auf Bischofsholer Damm oder Lindemannallee durchrauscht, wird vielleicht gar nicht merken, welch charmanter Stadtteil sich hier verbirgt. Kastanienbaumalleen säumen die Straßen, die im Frühjahr wunderschön blühen und im Herbst die Kinder zum Sammeln der Früchte auf die Straßen locken. In vielen Gärten stehen Apfel-, Kirsch-, Walnuss- und Haselnussbäume, Birken und Tannen. Das Landschaftsschutzgebiet am Rand der Eilenriede, in dem Hannoveraner ihre Hunde ausführen, kennen viele noch als echte Pferderennbahn. Im Oktober 1970 fanden hier die letzten Rennen statt. Aber im Reitstall Stolberg kann man heute noch für 6,50 Euro ein Pony mieten.

Wer mit dem Auto auf Bischofsholer Damm oder Lindemannallee unterwegs ist, sollte also unbedingt mal einen Stopp einlegen – und die Bult kennenlernen!

von Maike Jacobs


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Das Video

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