Alexander Schiedat, Vorsitzender der Melanchthon-Stiftung Bult
Was macht die Bult liebenswert?
Das schöne Wohnen, die sehr gute Nachbarschaft, die hohe Lebensqualität, die Erholung mit der großen Pferde- und Hundewiese, die Eilenriede – es gibt viele Gründe, die Bult zu mögen.
Klingt ideal! Wieso braucht die Bult dann noch eine Stiftung?
Ziel der Stiftung ist es, die gut funktionierende Nachbarschaft zu erhalten, zu pflegen und sich weiter für den Stadtteil zu engagieren. So haben wir ja auch das Stiftungsmotto ganz bewusst gewählt: „Die Zukunft der guten Nachbarschaft erhalten“. Ein entscheidender Punkt für die Gründung waren die finanziellen Kürzungen der Kirche um 30 Prozent. So kleinen Gemeinden wie der Bult droht dann schnell der Verlust der Eigenständigkeit, indem sie in andere Kirchengemeinden integriert werden. Wir tragen beispielsweise die Pastorenstelle finanziell mit.
Ist die Stiftung denn rein kirchlich?
Nein, auch wenn das Startkapital von 100 000 Euro von der Kirche gestellt wurde, haben wir bewusst ein offenes Konzept gewählt und widmen uns auch Aufgaben und Belangen des Stadtteiles außerhalb der Kirche. Insgesamt sind jetzt zirka 250 000 Euro in der Stiftung – 120 000 Euro sind allein Spenden von Einwohnern der Bult.
Was passiert mit dem Geld?
Mit den Erträgen unterstützen wir die Pastoren- und auch die Diakoniestelle. Wir organisieren Vorträge zu Themen wie „Schutz vor Einbrechern“ oder „Wie wird mein Haus alterstauglich“. Wir unterstützen unseren Chor und beteiligen uns am Stadtteilfest ‚Dult up de Bult’. In Zukunft werden wir verstärkt Einzelprojekte fördern – zum Beispiel die Fußballmannschaften der Bultkicker. Im Viertel wohnen auch viele ausländische Studenten mit ihren Familien – sie zu integrieren, könnte auch eine Aufgabe der Stiftung sein.
Ist die Idee der Stiftung auch auf andere Stadtteile übertragbar?
Grundvoraussetzungen sind natürlich das Engagement der Einwohner und auch eine gewisse finanzielle Kraft. Auf der Bult funktioniert das ideal: Die Menschen hier haben ein starkes Wir-Gefühl, die Gemeinde ist überschaubar und hält fest zusammen.
von Maike Jacobs