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Der Thie: Mittelpunkt der Kronsbergsiedlung

Er sollte den Mittelpunkt der Kronsbergsiedlung sein: der Thie.© Patrice Kunte

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Bemerode - Kronsberg

Wunderbare Aussichten

Bemerode wacht auf: Junge Familien entdecken das Viertel.

Gönnen wir uns das Schönste zuerst: rauf auf den Aussichtshügel am Kronsberg, 118 Meter, die höchste Erhebung Hannovers – und die wunderbare Aussicht genießen. Über die ganze Stadt können Sie blicken, und weit in die östliche Region hinein. Und man bekommt einen ersten Eindruck von Bemerode – einem alten Stadtteil, der immer jünger wird.

Elisabeth Pothe wohnt seit mehr als 40 Jahren am Steinkampweg. In einem der Mehrfamilienhäuser hinter dem Bemeroder Rathausplatz. „Unser Haus war das erste dort, stand damals ganz allein auf weiter Fläche“, erinnert sich die 83-Jährige. 1967 war das, eine Ein-Zimmer-Wohnung kostete damals 45 000 Mark. „Das war damals noch ein Dorf hier. Ländlich schön, aber auch mit katastrophalen Anbindungen an die Innenstadt, Einkaufsmöglichkeiten gab es damals gar nicht.“

Zwischen Steinkampweg und Südschnellweg ist ein Viertel, das von alten Einfamilienhäusern beherrscht wird. Lange Jahre war es dort ruhig, die wenigen Spielplätze verwaist. Aber jetzt findet ein Umbruch statt. „Das verjüngt sich total, es ist ein wahres Kinderparadies hier“, freut sich zum Beispiel Birgit Hoffmann-Castendiek. Die ältere Generation verkauft ihre Häuser an junge Familien. Die sich oft über ein Haus mit großem Garten freuen können. Ein Schlafviertel erwacht zu neuem Leben.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es inzwischen natürlich auch – am Rathausplatz. Allerdings zeigt sich dort auch: Bemerode hat ein Platzproblem. Denn rund um Einkaufsmarkt, Apotheke, Schreibwaren, Blumen und Bäcker ist alles in Grau gehalten, dominiert vom Betonklotz Rathaus, das jetzt ein Bürgerbüro beheimatet. Kein Platz, um sich länger aufzuhalten. Aber immerhin einer, der als Ortskern gesehen wird. Der war früher am Ende der Brabeckstraße rund um ein altes Rittergut und die alte Kapelle.

Rundherum wuchsen in den vergangenen Jahren immer mehr Neubaugebiete. Zum Beispiel der Spargelacker, der vor allem für Aussiedler gebaut wurde. Dann wuchs das Emslandviertel ständig, immer mehr Familien entdeckten die Reize des Stadtrandes.

Und dann entstand zur Expo die Kronsbergsiedlung, die von vielen als eigener Stadtteil angesehen wird. Wer hier wohnt, ist begeistert. „Für Kinder optimal, überall gibt es Spielplätze, man kann super einkaufen. Das ist schon perfekt“, sagt zum Beispiel Simone Becker. Die Mutter von drei Kindern lebt hier seit sieben Jahren.

Überall zwischen den Häusern finden sich kleinere Spielplätze, alles ist top gepflegt, man kommt gut miteinander aus. Nur: Hier taucht wieder das Platzproblem auf. Der Thie sollte der Mittelpunkt des Viertels sein, ist aber meistens verwaist.

Fehlt nur noch eins: Das ältere Bemerode und der Kronsberg müssen noch zusammenwachsen. „Da gibt es tatsächlich Befindlichkeiten“, sagt Jens Albrecht (55), Ur-Bemeroder und Vorsitzender des Kronsbergkreises, ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten. „Die Stadtbahnlinie wirkt wie eine unsichtbare Grenze.“

Und wenn man dem Kronsberg Richtung Süden folgt, stößt man zum Expo-Gelände, das auch noch zu Bemerode gehört – inklusive Ikea. Da kommen wir zum Zweitschönsten: Denn auch dort wurde ein Hügel aufgeschüttet. Sie ahnen es: Die Aussicht ist einfach klasse.


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