In der Kapelle: Pastor Wilfried Teichmann sitzt im Schmuckstück seiner Gemeinde.
Ist der Stadtteil Bemerode schon zusammengewachsen?
Das geht in so kurzer Zeit nicht. Der Stadtteil macht tatsächlich den Anschein, als ob Bemerode eine Art Flickenteppich ist, denn es sind in den letzten Jahrzehnten immer neue Wohngebiete hinzugekommen, vor allem der Bereich Kronsberg. Wir haben versucht, durch Stadtteilfeste die Integration zu fördern. Auf lange Sicht wird er zusammenwachsen, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird.
Ihre Gemeinde hat auf dem Kronsberg auch ein Kirchenzentrum gebaut. Ein Abenteuer?
Es war zunächst ein Projekt des Stadtkirchenverbandes in Kooperation mit der Gemeinde. Ohne den Expo-Schub wäre es sicher nicht zustande gekommen. Aber das Entstehen eines so großen Wohngebietes war auch für unsere Gemeinde eine Herausforderung. Wir stehen nun vor der Frage, wie wir die Zukunft des Kirchenzentrums sichern können. Das ist keine leichte Aufgabe in der Großwetterlage von rückläufigen Kirchensteuereinnahmen.
Das Gegenstück zum Kirchenzentrum ist die Kapelle von 1867 ...
Da sind die Bemeroder gerade dabei, die zu renovieren. Es hat sich ein Förderverein gebildet, damit die Kapelle erhalten bleibt. Durch die große Spendenbereitschaft konnte die Außensanierung schon durchgeführt werden. Im nächsten Jahr wollen wir mit der Innensanierung starten.
Wo ist es denn für Sie am interessantesten?
Für Hochzeiten und Taufen sind die Kapellen natürlich sehr schön. Sie haben eine intimere Atmosphäre. In die St.-Johannis-Kirche passen natürlich die meisten Leute. Das gottesdienstliche Angebot ist sehr vielfältig. Auf dem Kronsberg finden Mittagskirchen und Abendgottesdienste statt, die bei den Konfirmanden sehr beliebt sind. Die Gottesdienstform ist hier etwas moderner und eingängiger.
Was hat die Expo dem Stadtteil gebracht?
Vor allem eine sehr gute Verkehrsanbindung, die hat Bemerode gut getan. Aber bei der Nachnutzung sind wenige Impulse geblieben.
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