Friedhelm Brandes bestellt in Anderten einen Hof mit 20 HA.
Wie ist das, Landwirt mitten in einer Stadt zu sein?
Es stimmt, wir haben hier andere Rahmenbedingungen als woanders. Daher sind wir schon eingeengt. Aber ich bin hier aufgewachsen und mit Anderten verwurzelt – und zwar was den Betrieb und den Verein angeht.
Hatten Sie nie den Wunsch wegzuziehen?
Nach der Ost-Öffnung haben wir überlegt, nach Mecklenburg zu gehen. Aber dann haben wir uns gedacht: Was geben wir dafür auf? Den Hof gibt es schließlich seit Jahrzehnten. Da wäre der Preis sehr hoch gewesen.
Was hat Sie sonst noch hier gehalten?
Man lebt am Rande und genießt trotzdem die Vorteile einer Großstadt. Dank der guten Infrastruktur ist man schnell in der City und in der Natur. Das schätze ich.
Wie wahrscheinlich auch das Vereinsleben beim TSV Anderten ...
Ja. Es gibt hier ein intensives Vereinswesen. Was aber nicht heißt, dass da alle mitmachen müssen. Jeder kann hier so leben, wie er will. Man kann anonym bleiben oder sich für die Gemeinschaft engagieren.
Sie sind auch Vorstand des Handballvereins: Wie bekommen sie alles unter einen Hut?
Na ja, mit Urlaubsverzicht. Gut, mein Beruf ist vorteilhaft. Weil ich selbstständig bin, kann ich mir meine Zeit ganz gut einteilen. Aber es geht auch der größte Teil der Freizeit dafür drauf. Da muss dann die Familie mitziehen.
Apropos Familie: Wenn Sie mal in Rente gehen, was geschieht dann mit dem Hof?
Für die nächste Generation ist dieser Standort kein einfacher. Aber mein jüngster Sohn ist 16 und befindet sich gerade in der Berufsfindungsphase. Vielleicht entscheidet er sich ja, unsere Tradition fortzuführen.
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