„Hier wird eine Menge getan in Sachen Integration und Hilfe zur Arbeit“, sagt Bezirksbürgermeister Hans Battefeld.
Der Grund: „Wir haben rund um den Sahlkampmarkt ein verdichtetes Baugebiet. Dass das Probleme macht, ist klar.“ Die Hochhäuser gehörten einst dem Pleite-Unternehmen Neue Heimat, wurden für den Symbolpreis von einer Mark an die hannoversche Baubecon verkauft, wanderten über die US-Beteiligungsgesellschaft Cerberus schließlich zu Pirelli RE – und sind heute „ein heikler Fall“, wie nicht nur Hajo Arnds vom Stadtteiltreff sagt. Aber: Das Förderprogramm „Soziale Stadt“ von Bund, Land und Kommune biete nun die Chance, diese Probleme anzugehen. Derzeit werden die Sanierungsziele erarbeitet. Im Nachbarstadtteil Vahrenheide wurde in diesem Rahmen der Klingenthal-Komplex abgerissen und hat Platz gemacht für die „Gartenhöfe“. Politiker, Kirche, Immobiliengesellschaften, soziale Einrichtungen und viele Bürger arbeiten im Sahlkamp intensiv zusammen: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, so Bürgermeister Battefeld.
Einige Beispiele für die vorbildliche Arbeit:
„Kinderzirkus Sahlino“: In der Manege blühen die Kinder auf. Seit 2003 trainieren die kleinen Artisten dreimal die Woche im Stadtteiltreff. Sie jonglieren, schlagen Rad, balancieren auf Bällen, studieren Sketche ein. Alles unter der Regie von Alexander Ganeba – der Ukrainer hat selbst Erfahrungen in einem Kinderzirkus gesammelt. Vor allem Mädchen zwischen sechs und 13 Jahren machen mit, die Zirkustruppe ist bunt und international. „Wir werden gerne für Veranstaltungen gebucht“, sagt Hajo Arnds. Im Sommer war der Zirkus sogar auf einer Mini-Tournee. (Stadtteiltreff, Elmstraße 14, Telefon 0511/16 84 80 57)
Stadtteilbauernhof: Esel füttern und Ställe ausmisten, den Umgang mit Natur, Tieren und Menschen lernen: Das Expo-Projekt ist seit 2000 ein Renner. „Wir sind keine Streichelwiese“, betont Leiterin Angelika Bergmann. Im Umgang mit den Ziegen, Ponys, Enten und Kaninchen sollen die Kinder Verantwortung übernehmen, mit anderen kommunizieren. „Eine Art Sozialtraining“ – bei dem man natürlich auch reiten darf, Kaninchen streicheln, Brot backen und selbstgepflückte Erdbeeren naschen. Betreut werden die Aktionen von Pädagogen (Rumpelstilzchenweg, Telefon 0511/604 47 03, www.stadtteilbauernhof-hannover.de)
NaDu-Kinderhaus: Die Einrichtung des Vereins SPATS (das steht für solidarisch, präventiv, attraktiv, tatkräftig, sozial) bietet Kindern zwischen sechs und 14 Jahren einen offenen Treff, Mittagessen, Hausaufgabenhilfe, Ausflüge und Aktionen. Für das Projekt „Der Baum – unser Leben“ wurde der Verein mit 1000 Euro von der Stadtteilstiftung ausgezeichnet. (Spessartweg 6, Telefon 0511/606 23 10, www.nadu-kinderhaus.de)
Stadtteiltreff: Er ist seit zehn Jahren eine feste Größe und übernimmt seit seiner Gründung nicht nur soziale und verwaltungstechnische, sondern auch kulturelle Aufgaben, bindet Bürger in Aktionen ein, vernetzt Projekte, führt Veranstaltungen durch, bietet Kurse an. (Elmstraße 15, Telefon 0511/1684 80 57)
Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide: Im Dezember feiert sie bereits fünften Geburtstag.Die Stadtteilstiftung war 2004 die erste in Deutschland, sie unterstützt Einrichtungen und Projekte. 33 aktive Bürger vergeben den Förderpreis „Aktiv im Stadtteil“, der mit 1800 Euro dotiert ist. Bisher sind 66 000 Euro Spenden in die Stiftung geflossen, der Vorsitzende ist Bodo Mierswa (Telefon 0511/606 97 30).
Am Sonnabendabend hat ein unbekannter Mann einer 71-jährigen Frau an der Schützenstraße in der List die Einkaufstasche entrissen und ist anschließend geflüchtet. Die Seniorin wurde dabei verletzt. mehr