Der Sahlkamp sieht aus, als wäre er auf dem Reißbrett entstanden ...
Um 1900 lag das Gebiet weit draußen vor den Toren der Stadt. Hier war nichts – nur magerer Heideboden. Im Wietzegraben tümmelte sich kleines Getier, Bahns-trift und Sahlkamp waren alte, schnurgerade Feldwege. Erst in den 20er Jahren kamen die Bürger aus der dicht bebauten List über den Kanal und gründeten Kleingartenkolonien, es siedelten sich Sportvereine an. In den 30ern entstand das „Märchenviertel“ – die kleinen Häuser südlich des Sahlkamps reihen sich wie Perlen auf einer Schnur.
Wie ging es nach dem Krieg weiter?
Die großen Flüchtlingsströme brachten viele Menschen nach Hannover. Die Stadt vergab sogenanntes „Grabeland“, damit die Leute sich Gemüsegärten anlegen konnten. Nördlich der Kugelfangtrift wurde aber auch „wild“ gesiedelt. Erst in den 50ern wurde das „Berliner Viertel“ von der Stadt geordnet und erschlossen.
77 Prozent der Gebäude im Sahlkamp sind Ein- oder Zweifamilienhäuser...
Ja, die Menschen haben hart gearbeitet für ihr Heim. Die Infrastruktur im „wilden Norden“ musste ja erst geschaffen werden. Die Siedler haben sich zusammengeschlossen, für den Anschluss an Strom-, Abwasser- und Nahverkehrsnetz gekämpft, sie haben eine eigene Volksschule durchgesetzt, 1956 ihre eigene evangelisch-lutherische Gemeindekirche gegründet. Der Turm sollte der Mittelpunkt des Stadtteils sein...
... wird aber heute vom 17-stöckigen Hochhaus am Sahlkampmarkt überragt.
Diese Bauten sind in den 60er und 70er Jahren entstanden – und machen nur einen winzigen Teil des Viertels aus. Aber dieses kleine Areal prägt leider das Bild vom Sahlkamp. 70 verschiedene Nationalitäten leben hier, manchen fehlt das Heimatgefühl, dass die „Häuslebauer“ von damals haben. Aber Kirche, Stadt, viele Gruppen und engagierte Bürger arbeiten daran, das zu schaffen – zum Beispiel mit den fünf „Sternenwegen“, die durch das Viertel führen. An einem Strang ziehen, sich für eine Sache starkmachen – das ist eine Spezialität der Menschen im Sahlkamp.
Am Sonnabendabend hat ein unbekannter Mann einer 71-jährigen Frau an der Schützenstraße in der List die Einkaufstasche entrissen und ist anschließend geflüchtet. Die Seniorin wurde dabei verletzt. mehr