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Oststadt: die Dreifaltigkeitskirche

Die Dreifaltigkeitskirche zieht Besucher auch aus anderen Stadtteilen an.

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Oststadt

Voll das Leben "hinterm Bahnhof"

Urbane Intelligenz, Porsches und Polos in der Oststadt

Es ist nicht leicht, die Oststadt zu finden. Auf der Karte schon, jeder kennt das Dreieck zwischen Celler Straße, Hauptbahnhof und Eilenriede. Doch in Gesprächen begegnet man der Oststadt selten – viele, die dort leben, rechnen sie teils der List und teils der Stadtmitte zu. Tatsächlich hat die Oststadt aber ihre ganz eigene Geschichte und zeigte immer schon mehr als nur ein Gesicht. Bis heute.

Das fängt schon damit an, dass ein echtes Zentrum fehlt. Es gibt keine Oststadtstraße oder einen Oststadtplatz mit Dorflinde. Es gibt ein Oststadtkrankenhaus, aber das liegt etwa fünf Kilometer außerhalb des Viertels, in Groß-Buchholz, und trägt damit auch nicht zur Identitätsfindung bei. Wer die Oststadt sucht, der findet nicht eines, sondern mehrere Zentren, die das Leben in diesem Viertel bestimmen: die bürgerlichen Fassaden entlang der Bödekerstraße mit ihren Restaurants, die auch Gäste aus anderen Stadtteilen anziehen. Die eine Hälfte der Lister Meile mit ihren Geschäften und Cafés. Und nicht zuletzt der Weißekreuzplatz mit dem Kulturzentrum Pavillon, längst eine Institution in Hannover. In der Oststadt treffen sich auf kleiner Fläche große Gegensätze.

Die Oststadt sei ein bürgerlich geprägtes Viertel, aber der Pavillon gehöre auf jeden Fall dazu, sagt Christoph Sure vom Pavillon. „Ich sehe die Oststadt als Teil der List, aber ohne deutliche Abgrenzung zur Innenstadt.“ Die Einwohner seien durch diese Grenzlage sehr offen gegenüber alternativer Kultur, meint Sure. „Ich nenne es die kritische urbane Intelligenz.“

Es gehört zum Charakter der Oststadt, Gegensätzen mit Gelassenheit zu begegnen. Schon immer war das Viertel „hinterm Bahnhof“ Spielwiese für architektonische Träume und Alpträume. Hier steht mit der Raschplatzhochstraße das Symbol für die autofreundliche Stadt der Nachkriegszeit. Noch früher, nämlich zum Ende des 19. Jahrhunderts, bauten sich Hannovers Unternehmer an der Eilenriede ihre Prachtvillen. Zeitgleich wuchsen, manchmal nur einen Straßenzug weiter, dunkle Mietskasernen für die Arbeiterschaft in die Höhe. Kein Stadtplaner nahm Einfluss auf das Viertel, das südlich vom damaligen Dorf List aus Hannover herausquoll. Die Oststadt galt als Ghetto, aber auch als Künstlerviertel, hier lagen das Gerichtsgefängnis mit Galgen im Hof und das hoch angesehene Leibniz-Realgymnasium nebeneinander.

Den Gegensatz von Reich und Arm gibt es noch heute. Wenn in der Oststadt Porsche und Polo nebeneinander parken, dürfte das kaum jemandem auffallen. „Hier lebt eine bürgerliche Schicht“, meint Jürgen Kemper, Pastor der Dreifaltigkeitsgemeinde. Aber: „Hier gibt es auch Hartz-IV-Empfänger.“ Das sei aber im Zusammenleben kein Problem: „Man kommt gut miteinander aus. Das steht ja auch nicht bei jedem drauf, was er verdient.“ Seit 1993 betreut Kemper die Gemeinde in der Oststadt und lobt die „hohe Toleranz und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit“.

Heute ist die Oststadt Ausgeh- und Wohnviertel mit hoher Lebensqualität. „Total zentral, gute Restaurants und Cafés und viel Grün“, zählt Christine Tiemeier die Vorzüge der Oststadt („Ich sage List“) auf. Seit zwölf Jahren betreibt sie das „Café Lohengrin“ in der Sedanstraße. Die Oststädter fühlen sich wohl in ihrem Viertel – gerade weil es so viele Gesichter hat.


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