Für Michael Fürst ist die Oststadt sehr lebendig.
Was ist für Sie die Oststadt?
Zuallererst: Heimat. Ich bin in der Bödekerstraße 39a, das ist heute das Haus 92, aufgewachsen. In dem Haus ist schon mein Vater groß geworden und hat meine Mutter kennengelernt. Ich erinnere mich noch heute an das Quietschen der Straßenbahn, die gegenüber aus der Bödekerstraße in die Steinriede einbog. In den Weltkriegstrümmern zwischen Lister Platz und dem heutigen Emmichplatz haben wir als Kinder gespielt. Auch meine Kanzlei habe ich heute in der Oststadt, an der Bödekerstraße.
Wie sah die Prachtstraße nach dem Krieg aus?
Die Fassaden, sofern sie damals noch standen, genau wie heute. Aber viele Wohnhäuser waren einfach weg, da lagen Trümmer. Und ich weiß noch, dass wir als Kinder auf der Straße Fußball gespielt haben. Es gab so wenige Autos, und die fuhren so gemächlich, dass das kein Problem war.
Hat sich das Viertel seit dieser Zeit sehr verändert?
Kaum, die Oststadt war immer eine bürgerliche Gegend. Wobei ich damit vor allem die Bödekerstraße meine, die Verlängerung der List. Die Grenze zwischen diesen beiden Stadtteilen hat für mich übrigens nie eine Bedeutung gehabt.
Was schätzen Sie heute an der Oststadt?
Es ist eines der schönsten Viertel der Stadt, sehr lebendig. Mir fehlt hier nichts. Am besten gefällt mir, dass man hier gut ausgehen kann. Es gibt viele gute Restaurants – und es kommt immer wieder ein neues hinzu.
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