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List: Heimat der Leibniz-Kekse

List: Heimat der Leibniz-Kekse © Frank Wilde

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List

Bürgerliche Ordnung, kreatives Chaos

Jugendstil und junge Mütter: In der List gibt's viele Liebling.

„Ich bin wieder hier, in meinem Revier“

Da ist es wieder, dieses Gefühl. Dieses satte Gefühl, irgendwie zu Hause zu sein. Dieser stolze Blick auf diese wunderschönen Gründerzeithäuser. Die Erinnerung an die verzweifelten Versuche, einen Parkplatz zu erhaschen. Alle sind noch da: der Typus „pensionierter Pauker“, der sich beim Weinhändler stundenlang beraten und verköstigen lässt. Erst - und Zweitklässler am Lister Platz, die sich lärmend auf dem Weg nach Hause machen. Und die Pubertierenden, die fast umfallen vor lauter Lässigkeit. Da sind sie, die vielen Mütter. Und selbst die wenigen „Lister Klemmen“, die es noch gibt – diese aufgeregten Jungmütter mit Hang zu hysterischer Esoterik und Nicht- beziehungsweise Übererziehung ihrer Kinder –, sind plötzlich sympathisch.

Immer wieder verwunderlich, wie sehr der Hannoveraner seine Stadt kleinredet. Diese von leicht verwilderten Minivorgärten eingerahmten Jugendstilbauten in der Ferdi-Walli, in der Kollenrodt- oder in der Gabelsbergerstraße. Bunt bepflanzte Balkons in der Straße Am Schatzkampe, Versuche von Mikrogärten rund um die Bäume in der Hunde-Piss-Allee und Auto-Falschparker-Meile Jakobistraße. Schön, dass ein Großteil der nächtlichen Graffiti-Sprüher erwachsen geworden ist und die frische Farbe auf den alten Häusern immer länger jungfräulich bleibt.

Ja klar, nach zweieinhalb Jahren in einem anderen Stadtteil findet sich bei der Rückkehr so einiges Neues. Die immer wieder hoch gelobte und neu geplante Markthalle zwischen Jakobi-, Edenstraße und Ferdi-Walli hat schon wieder neue Pächter. Den alteingesessenen Kräuterladen in der Lister Meile gibts nicht mehr, hier werden jetzt Haare geschnitten. Ein reger Stadtteil, die List. Irgendwas tut sich immer, aber nie so schnell, dass man erschrecken würde.

Das Herz der List, das ist die Lister Meile. Da schlendern, busserln und schauen die Leute. Und sitzen. Auch wenn es beim Anblick der vollen Biergärten, Eiscafés und Italiener in der Lister Meile nicht so scheint – der Lister besitzt einen ernsthaften Hang zur Bewegung und damit auch zum Fahrradfahren. Und wenn es verbotenerweise in der Lister Meile ist. Mit dem Drahtesel lassen sich Gegenden erreichen, die bei vielen gar nicht auf der Lister Agenda standen.

Wer hätte zum Beispiel noch Ende der 80er gedacht, dass der (Yacht-)Hafen seinen Namen tatsächlich mal zu Recht tragen würde und die Neubauten am Lister Hafen einen fast mondänen Eindruck vermitteln? Gegenüber die Kleingärten, in denen sich das Lister Phänomen „bürgerliche Ordnung versus kreatives Chaos“ wunderbar widerspiegelt. In der Kolonie „Erholung“ findet sich das eher bürgerliche Lager: perfekt gestutzte Rasen, Gartenzwerg-Ambiente, ordentliche Blütenpracht. Dagegen steht ein tendenziell lässigerer, zuweilen auch kreativerer, verwunschener Kleingartenauftritt in der Kolonie „Einigkeit“ gleich nebenan. Vertraut ist beides – irgendwie!

Zurück zur Lister Meile, entlang an der Walderseestraße mit ihren Prachtvillen, ihren Eilenriede-Joggern und Gassi-Gängern, einen Abstecher an den Lister Turm, der frecherweise zum Zooviertel zählt. Ein Hallo zur freundlichen Reiterstaffel der Polizei, ein kleiner Mitbringsel-Kauf in einem der Weinläden, ein kurzer Blick in den süßen Kinderwagen.

Da ist es wieder, dieses Gefühl.


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