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Matthias Jöhren

Matthias Jöhren ist Architekt der Wohnhöfe in Lahe.

Interview

Matthias Jöhren: "So kehrt das Dorf nach Lahe zurück"

Matthias Jöhren hat mit seinen Wohnhöfen in Lahe Akzente gesetzt. Der Architekt lebt selbst hier und hat miterlebt, wie der Stadtteil gewachsen ist.

Gebaut um einen zentralen Platz, erinnern die Wohnhöfe an wendländische Rundlingsdörfer. Welche Idee steht dahinter?

Mir war wichtig, ökologisch zu bauen und Raum zu schaffen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Es gibt private Bereiche, also Rückzugsräume. Gemeinschaftliche Flächen, also Begegnungsräume – die einzelnen Häuser öffnen sich alle zum Hof. Ein idealer Ort, um sich zu treffen und um Feste zu feiern. Zu den Wiesen hin gibt es Platz für Nutzgärten, selbst Tiere kann man hier halten. Es gibt Bolzmöglichkeiten für Kinder, einen Teich zum Schwimmen – praktisch einen großen Abenteuer-Spielplatz.

Wann begannen die Planungen?

Die ersten Planungen begannen bereits 1984. Das Grundstück stand zur Verfügung, erste Modelle entstanden, Verhandlungen mit Ämtern wurden aufgenommen, Interessenten gesucht. Manche kamen und gingen, andere blieben.

Gab es Probleme bei der Realisierung?

Vieles, was heute selbstverständlich und ökologisch sinnvoll ist, war damals neu und ungewöhnlich. Zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk. Und nicht alles stieß gleich auf Wohlwollen. Für viele Dinge wie zum Beispiel die Regenwasserversickerung auf dem Grundstück mussten wir kämpfen. Genehmigungen für Reihenhäuser wären einfacher zu bekommen gewesen. Doch es hat sich gelohnt. 1990 waren die ersten Häuser im Laher Hof fertig, zogen die ersten Bewohner ein.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Bisher ist niemand ausgezogen. Außer inzwischen groß gewordene Kinder.

Wie sah es damals in Lahe aus?

Der Klingenkamp war eine Asphaltpiste ohne Randbefestigung und voller Schlaglöcher. Es gab noch jede Menge Baulücken und Freiflächen. Dazu kamen nach dem Krieg entstandene Barackensiedlungen. Doch Lahes Schmuddel­ecken sind mittlerweile verschwunden.

Was schätzen Sie in Ihrem Stadtteil?

Die dörfliche Struktur. Die Wiesen, die Natur – die Möglichkeit, hier Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu verbinden.

Und was vermissen Sie?

Eine Art Treff-Café. Und so was Nostalgisches wie einen Tante-Emma-Laden.

von Claus Lingenauber


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