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Altwarmbüchener See

Der Altwarmbüchener See trägt seinen Namen eigentlich zu Unrecht: er liegt weitgehend auf Laher Gebiet.© Christian Behrens

Lahe

Hier führt die rote Welle mitten ins Grün

Zwischen Wiesen und Gewerbe ist Raum für Familien

Runter von der A 2, ab Richtung Hannover. Die Ampel zeigt Rot: Willkommen in Lahe!

Links ein Autoteile-Händler, dann ein Burger King, erneut eine Ampel. Rote Welle. Die Bürostadt. Das Hotel Park Inn, eine 80er-Jahre-Bausünde. Eine Tankstelle, die Station Stadtfriedhof, das Hotel Föhrenhof, rechts der Klingenkamp. Endlich mal kein Rot. Eine Honda-Vertretung, Gärtnereien. Die Laher Wiesen. Grün. Der AWD. Wieder Rot. Hinter der Ampel ist Lahe zu Ende.

Der Stadtteil hat zwei markante Punkte – den Müllberg, mit 118 Metern höchste Erhebung der Landeshauptstadt, und das auffällige AWD-Gebäude. Allerdings fehlt ihm so manches. Es gibt keine Kirche, keine Schule, keinen Kindergarten, keinen Sportverein, keinen Supermarkt. Und seit das „Loch Ness“ dichtgemacht hat, gibts auch – sieht man von der Bierstube im Föhrenhof einmal ab – keine Kneipe mehr.

Weswegen die gerade mal 1744 Bewohner eher nach Westen blicken – über die Laher Wiesen hinweg. Hinter dem Landschaftsschutzgebiet liegt Bothfeld, dort gibt es alles, was es in Lahe nicht gibt. Da aber der Nachbarstadtteil nur gut einen Kilometer entfernt ist, fühlen sich die Laher gar nicht isoliert. Und seit die Stadtbahn bis nach Altwarmbüchen verlängert wurde, ist die City so nah wie nie zuvor. Allerdings meint Ralf Meierhoff (48), der seit sieben Jahren mit seiner Familie hier wohnt: „Ich vermisse Einkaufsmarkt und Bäckerei in Gehweite.“

Was Lahe auszeichnet, ist seine Lage – Georg Nölle (24) schwärmt: „Man ist immer schnell in der Natur, erreicht über die Wiesen Misburger Wald, Isernhagener Feldmark und Altwarmbüchener See.“ Der trägt seinen Namen eigentlich zu Unrecht, da er weitgehend auf Laher Gebiet liegt. Und der Friedhof ist praktisch eine große Parklandschaft.

Die Hauptverkehrsader ist die Kirchhorster Straße, die eigentliche Hauptstraße aber heißt Im Klingenkampe. Links und rechts von ihr leben die meisten Bewohner, in der Regel in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern. Früher gab es hier noch eine Barackensiedlung, abschätzig „Klein Chicago“ genannt. Sie wurde abgerissen. Lahe ist bürgerlicher geworden. Bei Reine­ckes Eichen steht noch ein Fachwerkhaus – Erinnerung an eine Zeit, als es hier noch Bauernhöfe gab.

Die langgezogenen hohen Huckel im Klingenkampe mögen Autofahrer nerven, Kinder nutzen sie gern als Spielfläche. Und an Sommerabenden treffen sich auf ihnen auch schon mal Jugendliche mit Klapp­stühlen. Ein fast ländliches Idyll. Aus den Gärten steigt der Duft von Gegrilltem auf.

Kein Wunder, dass hier viele Straßen auf Hof enden. Da gibts Laher Höfe, Brunnenhof und Teichhöfe. „Im Idealfall kann man hier Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden“, sagt Architekt Matthias Jöhren (62). Er hat diese Höfe entworfen und lebt selbst hier. Nachbarschaft wird großgeschrieben. Lehrerin Andrea Krüger (51): „Als meine Tochter Kati kleiner war, hatte sie praktisch vier Mütter. Eine war immer da.“ Lahe ist einer der Stadtteile mit den wenigsten Senioren, dafür leben in 33,1 Prozent der Haushalte Familien – Rekord!

Das Laher Leben ist eher unaufgeregt. Doch als die Müllverbrennungsanlage gebaut wurde, war es mit der Gelassenheit vorbei. In einer Bürgerinitiative kämpften viele Laher mit gegen die „Dreckschleuder“. Verhindern konnten sie sie nicht. Aber zum Glück weht der Wind ja meist aus Westen.

von Claus Lingenauber


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