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Isernhagen-Süd

Himmlische Ruhe und viel Grün

„Hinter den Mauern sind die Menschen sehr herzlich“
Seefugium

Im Seefugium feierte zuletzt Ex-Kanzler Gerhard Schröder seinen 65. Geburtstag.

© Christian Behrens
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Landschaft pur, so weit das Auge blickt. Keine Straßen, keine Menschen, keine Geräusche.

Die Ruhe entlang der plätschernden Wietze stört nur ein Bussard, der seine Beute mit kreischenden Rufen aus ihrer Deckung in den Wiesen locken will. „In Isernhagen-Süd sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht“, sagt Ulrike Meyer-Rocktäschel, die mit Labrador-Dame Sally täglich eine zweistündige Runde geht. „Deshalb leben die Menschen hier. Sie wollen ihre Ruhe haben.“

Bis auf die Autobahn im Süden wird Isernhagen-Süd von riesigen Landschaftsschutzgebieten umringt. Ein Dorf? Doch Isernhagen-Süd ist nicht gleich Isernhagen: Im Zuge der Gemeindereform 1974 wurde das ehemalige Isernhagen N.B. Süd von den Bauerschaften im Norden abgespalten und Hannover zugeschlagen. Ein kommunalpolitischer Deal, um mehr Steuergelder in die Stadtkasse zu holen, behaupten böse Zungen.

Menschen bekommt man hier kaum zu Gesicht. Neugierige Blicke auf die Villen werden von hohen Zäunen und Mauern abgehalten. Immobilienmakler Thomas Heinrich, der gerade ein Grundstück besichtigt, spricht auffallend leise, als wolle er die Stille nicht stören: „Früher haben die Bauern ihre Flächen hier günstig verkauft. Jetzt liegt der Quadratmeterpreis bei 270 Euro.“

Bezirksbürgermeister Hans Battefeld betont, dass „nicht nur reiche Menschen“ hier wohnen. Das lässt sich im villenreichen Stadtteil nur stellenweise, zum Beispiel an der Durchfahrtsstraße Prüßentrift oder in der südwestlichen Siedlung am Jägerstieg, belegen.

„Die Porsche-Dichte ist hier ziemlich hoch. Auch deshalb bleiben die meisten unter sich“, sagt Reiner Groninger schmunzelnd. Wer nach Isernhagen-Süd ziehe, suche in der Regel keine Unterhaltung, sondern einen ruhigen Rückzugsort. Porsche-Dichte? Im Villenviertel stehen zwei Garagen offen, zweimal blitzt darin Ferrari-Rot.

Karin Schwentesius will das Image eines „gut betuchten Stadtteils“ dagegen nicht so einfach hinnehmen und betont die „nette Gemeinschaft“. Nach einem Match mit ihren Freundinnen genießt sie den Sonnenschein auf der Terrasse des Tennisklubs. „Wir haben ein wunderschönes Haus und sehr nette Nachbarn“, sagt sie und rückt ihre Tennis-Kappe zurecht. Das Klubhaus sei ein wichtiger Treffpunkt für die Isernhagener. „Stimmt – man kann abends wunderbar Bridge spielen“, pflichtet Freundin In­grid Borbetzky bei. Ob sie in Isernhagen-Süd etwas störe? „Nein, hier ist die Welt noch in Ordnung.“ Aber: „Manche Leute leinen ihre Hunde nicht an. Entsetzlich ist das.“ Bezirksbürgermeister Battefeld sieht wenig Handlungsbedarf: „Die Politik ist nicht so sehr gefragt. Die Leute wollen eher in Ruhe gelassen werden.“

Für Pastorin Kirsten Fricke, die in der St.-Philippus-Kirche predigt, ist die Zurückhaltung der Isernhagener dagegen eine Herausforderung. Neuen Einwohnern schickt sie Willkommensbriefe und gratuliert, wenn Nachwuchs auf die Welt gekommen ist. „Man muss schon auf die Menschen zugehen. Die älteren Einwohner orientieren sich stark in die alten Isernhagen-Dörfer, die jüngeren in die Stadt.“ Die Türen seien ihr aber noch nie vor der Nase zugeschlagen worden. „Das Viertel hat hohe Mauern. Wenn man aber erstmal dahinter gelangt ist, sind die Menschen sehr offen und herzlich.


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