Im Garten: Pastorin Petra Eickhoff-Brummer hinter dem Gemeindehaus. Sie lebt im Heideviertel - und ist sehr zufrieden mit dem Stadtteil. Einzig eine echte Mitte fehlt ihr – aber sie arbeitet daran.
Ist das Heideviertel der vergessene Stadtteil?
Es hat zumindest ein Problem, im Stadtbild wahrgenommen zu werden. Es ist wenig sichtbar, es sei denn, man lebt hier. Aber es ist schön. Ich komme zu Fuß zu meiner Gemeinde, zum Einkaufen, zur Bahn.
Was sind denn die Sehenswürdigkeiten?
Uns unterscheidet von anderen Stadtteilen, dass die Bebauung erst in den 30er Jahren einsetzte, sich hauptsächlich in den 50ern entwickelte. Vorher zogen hier noch die Schäfer lang. Wir haben keine historischen Haltepunkte wie etwa Kleefeld mit dem Pferdeturm. Unsere Stärken liegen woanders, zum Beispiel in der entspannten Atmosphäre, in der es sich hier leben lässt. Die Infrastruktur ist gut. Was es nicht gibt, ist eine ausgeprägte Eventkultur.
Ist außer in der Kirchengemeinde nichts los?
So will ich das auch nicht sagen. Ich meine eher Eventkultur im größeren Sinne. Es gibt keine Straßencafés, kein Kino, kein Theater. Dazu muss man raus aus dem Heideviertel. Aber die Ruhe wird auch geschätzt. Viele Familien leben in der zweiten Generation hier. Die Kinder ziehen weg und kehren als Eltern zurück. Ich glaube, dass Menschen in einer globalen Welt schätzen, in ihrer Umgebung Kraft sammeln zu können.
Sie wollen den Kirchenvorplatz verändern?
Wir haben keine städtebauliche Mitte, sieht man vom Einkaufszentrum ab, das aber nicht zum Verweilen einlädt. Da gibt es eine Bank und die Hopfenklause, sonst nichts. Wir wollen den Vorplatz der Gemeinde als Gegenentwurf gestalten, mit Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten. Das Konzept im Rahmen der Gartenregion Hannover 2009 steht bereits. Als Treffpunkt ist der Platz dann natürlich nicht Gemeindemitgliedern vorbehalten. Es darf und soll jeder kommen.
Wie bringt sich die Nikodemusgemeinde ein?
Auf vielfältige Art. Wir haben ein Schulprojekt namens „Freundschaft, Mut und Drachenzähne“, in dem es um den Wert von Beziehungen geht. Da steckt keine Missionierungsstrategie dahinter, sondern der Wunsch, Werte und Gemeinschaft zu schaffen. Es gibt den Kinderchor, Filmvorführungen, unseren Nikodemuskindergarten, Spielnachmittage, aber auch Veranstaltungen wie das Erntedankfest und viele andere geistliche Angebote. Als Kirche wollen wir die Nachbarschaft stärken und beleben.
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