Schreib- und Spielzeug: Jens und Cordula Hackmann in ihrem Geschäft
Stimmt: Wer Spielzeug einkaufen will, der macht das im Heideviertel im Geschäft „Hackmanns“ am Marktplatz. Playmobil, Schlümpfe, Spiele – hier schlagen Kinderherzen schneller. Aber es gibt noch mehr: Glühbirnen, Fahrkarten, Dinge des täglichen Lebens – ein älterer Herr lässt sich gerade eine schwarze Kugelschreiber-Mine raussuchen.
„Die Menschen hier sind häufig älter, aber immer freundlich und ausgeglichen“, sagt Jens Hackmann. Seit zehn Jahren betreibt er das Geschäft mit seiner Frau. „Und für die müssen wir alles dahaben, sonst ist hier ja nicht viel mit Einkaufen.“
Dafür bekommen die Einwohner am Marktplatz eine ganze Menge. „Geld von der Bank, Lottoschein bei Hackmanns, ein Bier in der Klause, wenn es mit dem Gewinn nicht geklappt hat – und Blumen, um der Frau trotzdem eine Freude zu machen“, erklärt Werner Ansorge (69). Zweimal pro Woche arbeitet er hier, in seinem kleinen Geschäft, nimmt durch ein großes Fenster altes Porzellan entgegen, das er wieder aufhübscht. Der Rentner, der auch Künstler ist, restaurierte schon Ming-Vasen im Wert von mehreren zehntausend Euro für Museen. „Freitags beim Markt kann ich durchs Fenster alles beobachten.“
Die Damen, die beim Treffpunkt Mode shoppen. Die Senioren, die bei der Apotheke ihre Pillen holen. Und die Hausfrauen, die im Supermarkt Großeinkauf machen und ihre Wäsche aus der Reinigung holen. „Hier treffen sich alle mal“ sagt der 69-Jährige. „Hier lebt das Viertel.“
Am Sonnabendabend hat ein unbekannter Mann einer 71-jährigen Frau an der Schützenstraße in der List die Einkaufstasche entrissen und ist anschließend geflüchtet. Die Seniorin wurde dabei verletzt. mehr