Gerhard Stoffert
Nun stößt der emeritierte Professor und Hobby-Historiker Gerhard Stoffert (83) in neue Dimensionen vor: die Geschichte Bothfelds. In zwei Bänden. Auf 992 Seiten.
Er hat Dokumente gesucht und gefunden. Alte Fahnen von Schützengesellschaften, Stempel, Fotos, er ist von Haus zu Haus marschiert, war ständig im Niedersächsischen Hauptstaatsachiv zu Gast. „Da duzen sie mich schon fast“, sagt Stoffert mit einem Schmunzeln.
„Von Botvelde 1274 bis Bothfeld 2009“ ist der Titel des Mammutwerks, das Stoffert zusammen mit Bernd Sperlich herausgibt. Die Stadtteilgrenze von heute gefällt ihm nicht: „Das ist ein viereckiges, künstliches Gebilde.“Das in Urzeiten mal ein Korallenmeer war. Eine Grundmoräne hinterließ Spuren und einen Findling. In der früheren Feldmark fand an der heutigen Vahrenwalder Straße das „hochnotpeinliche Halsgericht“ mit Galgen und Schafott statt. Beim „Rezess“ 1846 wurde das Land zwischen Groß- und Klein-Buchholz, Bothfeld und Lahe nach Kuhweiden aufgeteilt. Aus dem Jahr 1588 stammt das zweitälteste Kirchbuch Hannovers. Stoffert hat sich in die Vergangenheit eingegraben. Das passt zu Bothfeld: Denn „Boten“ bedeute „tief pflügen“.
„Früher bevölkerten die Soldaten aus den Kasernen die Kneipen“, erinnert sich Stoffert. Den dörflichen Charakter habe sich der Stadtteil bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bewahrt. „Dann kamen die Flüchtlinge.“ Und die Industrie. Neubaugebiete verdrängten die Fachwerkhäuser, der letzte Bauer gab 1970 auf. Stoffert ist trotzdem versöhnt: Noch heute grasen hin und wieder Heidschnucken auf einer Weide am Stadtteilrand – „und die Reiher gehen an die Goldfischteiche“.
Am Sonnabendabend hat ein unbekannter Mann einer 71-jährigen Frau an der Schützenstraße in der List die Einkaufstasche entrissen und ist anschließend geflüchtet. Die Seniorin wurde dabei verletzt. mehr