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Die Scharnhorst-Kaserne in Bothfeld.

Die Scharnhorst-Kaserne (hier die Torwache) ist die letzte noch von der Bundeswehr genutzte Kaserne in Bothfeld. © Christian Behrens

Bothfeld

Leben zwischen Wald und Wasser

"Bothfeld hat alles": Künstler, Kasernen und Geschichte

Wer in Bothfeld wohnt, weiß die Vorteile zu schätzen. „Ich bin ganz schnell im Grünen und in der Innenstadt“, begründet Hannovers frühere Stadtbaurätin Uta Boockhoff-Gries, warum sie ihren Ruhestand in dem Stadtteil genießt.

Sie wohnt in der Grasdachsiedlung „Laher Wiesen“. Das „Dorf im Dorf“ entstand 1984/ 85 im Gefolge der zweiten Waldorfschule – noch so ein bunter Tupfer auf der Karte eines Stadtteils, der nicht nur mit landschaftlicher Vielfalt überrascht. Bothfeld liegt zwischen Wald und Wasser: 1,2 Kilometer Kanalufer begrenzen das Viertel im Süden. Im Norden gehören 22 Hektar Wald vom Stadtforst Große Heide dazu. Grün war schon immer ein unverzichtbares Element in der Geschichte des 1907 nach Hannover eingemeindeten Dorfes. „Bothfeld war ein Angerdorf“, erzählt Jobst Tehnzen. „Es war um den Dorfanger gebaut, hat deshalb keine richtige Mitte.“

Rund um den ehemaligen Anger – heute eine öffentliche Grünfläche – zeugen alte Fachwerkhäuser von der dörflichen Vergangenheit. Und natürlich die St.-Nicolai-Kirche. Ein Grabstein erzählt davon, dass auf dem Friedhof im 17. Jahrhundert ein Bruder des gefürchteten Raubmörders Jasper Hanebuth bestattet worden ist. Rings um die Kirche gibt es Läden, ein Ärztehaus, eine Apotheke und einen Weinhandel.

Zug der Zeit: Der einstige „Krug zum Grünen Kranze“ ist in italienische Hände übergegangen. „Noltemeyer“ vorn an der Podbi gibt es seit 1957 nicht mehr. Nur der Name der Stadtbahnstation Noltemeyerbrücke erinnert heute noch an das Ausflugslokal. Es gehörte noch zu Klein-Buchholz, wie auch die Geha-Werke, die seinerzeit an der Ecke Podbi- und Sutelstraße Pelikan Konkurrenz machten. Nach dem Krieg nutzten die Engländer den Komplex zeitweise als Sitz ihrer Militärregierung. „Im ,Sterling-Haus’ dürften die ersten Überlegungen zur Gründung des Landes Niedersachsen herangereift sein“, sagt Rainer Lensing, Vorsitzender des Tradtionsvereins Klein-Buchholz.

Bothfeld hat heute mehrere Zentren. Eins liegt an der Kurze-Kamp-Straße, wo auch die Wochenmärkte stattfinden. Ach ja: Im Keller der Nummer 7a malt das Künstler-Ehepaar Machnik – mehrere Künstler sind in Bothfeld aktiv. Auch sie gehören zum Straßenbild: Im Zunfthaus Martinstraße gehen wandernde Zimmerleute ein und aus. Das neue Einkaufszentrum am ehemaligen Üstra-Depot Buchholz hat sich innerhalb weniger Jahre zum Magneten entwickelt.

Ein Internetportal heißt „www.bothfeld-hat-alles.de“. Und es stimmt: Einfamilienhäuser und Geschosswohnungen. Im Tollenbrink ragen Hochhäuser in den Himmel, wo bis in die 70er noch Kornfelder wogten. Erst nach und nach haben sich die letzten Relikte der Landwirtschaft zurückgezogen.

Viele Hannoveraner denken bei Bothfeld immer noch automatisch an Soldaten. In den 30ern ließ die NS-Regierung mehrere Kasernen in der damaligen Feldmark hochziehen. Heute wird nur noch die Scharnhorstkaserne von der Bundeswehr genutzt. In der einstigen Prinz-Albrecht-Kaserne hat sich ein Nutzungsmix aus Wohnungen, Reihenhäusern, Freier Evangelischer Schule, Praxen, Supermarkt und Sportkita etabliert. Kirsten Friedrich (46) wohnt dort mit Familie: „Wir leben gern hier. Denn wir haben alles in der Nähe, was wir brauchen.“

von Michael Krische


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