Kraftakt: Jobst Tehnzen zieht - ehrenamtlich - jeden Sonntag das Uhrwerk der St.-Nikolai-Kirche auf.
Bis vor kurzem Kurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Hannover, steigt er seit 35 Jahren Sonntag für Sonntag nach dem Gottesdienst hinauf in den Turm der St.-Nicolai-Kirche und zieht die Turmuhr auf.
„Seit 1899 versieht die Uhr ihren Dienst“, erzählt Tehnzen. „Eine Weule aus Bockenem, damals führender Hersteller von Turm-, Bahnhofs- und Rathausuhren.“ Weule-Uhren schlagen in Danzig und sogar in China.
Das Bothfelder Exemplar schlägt jeweils zur halben und zur vollen Stunde. Tehnzen muss mit zwei Kurbeln zwei Gewichte im Kirchturm hochziehen, jedes ist etwa zwei Zentner schwer. Eins treibt das Schlag-, das andere das Uhrwerk an.
Tehnzen war einst eingesprungen, als der alte Küster es nicht mehr auf den Turm schaffte. Tehnzen schafft es hoffentlich noch lange. Sonst wird die Uhr womöglich eines Tages elektrifiziert.
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