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Vahrenwald: die Moschee

Muslime aus Hannover und dem Umland kommen in die Al-Tauhid-Moschee im Hinterhof an der Grabbestraße. © Christian Behrens

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Vahrenwald

Auf der Hauptstraße pulsiert das Leben

In Vahrenwald zählen Respekt und Eigeninitiative

Kein Marktplatz, kein Rathausvorplatz, keine Einkaufspassage – Vahrenwald ist geprägt durch eine Hauptverkehrsader. Die Vahrenwalder Straße ist eine der größten Verkehrsachsen Hannovers, sie führt von der Innenstadt in Richtung Norden zur Autobahn 2. Dafür gibt es eine lineare Zentralität mit einem Kernbereich, der bei der Conti am Vahrenwalder Platz beginnt und an der Dragonerstraße endet. Bäcker, Schneider, Blumengeschäfte, Kneipen, Restaurants – hier blüht der Einzelhandel prächtig. Ein Stadtteilidyll sieht aber irgendwie anders aus.

Wir schwenken in eine Seitenstraße und suchen die Al-Tauhid-Moschee, was sich als schwierig erweist. Beschilderung? Fehlanzeige. Al-Tauhid ist eine Hofmoschee, der Besucher geht erst durch eine Toreinfahrt, dann an Parkgaragen vorbei. Wir treffen auf Männer, die den Gehweg dorthin pflastern. Über Monate hatte es einen Konflikt gegeben zwischen der islamischen Gemeinde und Anliegern. Es ging um einen Anbau, weil die Moschee aus allen Nähten zu platzen droht – zum Freitagsgebet kommen regelmäßig etwa 250 Gläubige. Anlieger hatten Sorge, dass sie durch klönende Gläubige nach den Nachtgebeten gestört werden.

Die Vahrenwalder nahmen den Konflikt selber in die Hand und initiierten einen Runden Tisch mit Anwohnern und Vertretern des Moscheevereins „Islam-Gemeindehaus“. Ergebnis: Dem Ruhebedürfnis der Anlieger wird Rechnung getragen, auf den Anbau verzichtet, nur der Außenbereich neu gestaltet. „Wir wollen Frieden mit unseren Nachbarn“, sagt Mohammed Kobani vom „Islam-Gemeindehaus“.

Bezirksbürgermeisterin Edit Bastian, die mit schlichtete, sieht sich bestätigt: „Vahrenwald ist durch seine Vielfalt der Menschen geprägt, auch kulturell. Die Menschen kommen trotzdem prima miteinander zurecht.“ Franziska Schmidt, die das Freizeitheim leitet, formuliert es ähnlich: „Im Konflikt macht sich der Vahrenwalder schon mal Luft. Am Ende respektiert man sich und jeder geht seinen Weg weiter.“

Auch wir machen uns auf, unser Ziel ist der Jahnplatz. Vor zwei Jahren steckte die Stadt gut 600000 Euro in die Runderneuerung. Heute ist der Platz ein Kinderspielparadies mit Bolzplatz, Schaukeln, Karussellschalen, Tischtennisplatten und Sandkasten. Mittwochs ist Markt, dann ist der Jahnplatz auch Umschlagplatz für die neuesten Nachrichten aus der Nachbarschaft.

Bei unserem Besuch treffen wir auf viele Mütter, die auf den Parkbänken sitzen und plaudern, während ihre Kinder spielen. „Jetzt ist es hier richtig schön“, lobt Yvonne, 33 Jahre und Mutter von zwei Kindern (drei und sechs). Und der Stadtteil insgesamt? „Ich lebe gerne hier, wir haben hier alles. Und mit dem Vahrenwalder Park auch einen tollen Platz zum Entspannen.“

Der 2,5 Hektar große Park auf der anderen Seite der Vahrenwalder Straße ist ein ruhiger Gegenpol zur übertourten Verkehrsachse: Auf der Rasenfläche spielt man Frisbee, Federball oder Fußball, gern holt der Vahrenwalder auch seinen Grill hervor. Der Spielplatz mit Drehseilzirkus, Seilbahn und Kletterwand wurde für 150000 Euro verschönert.

Muhammad Abdulla lässt seine Kinder hier herumtoben. Warum ihm Vahrenwald gefällt? „Schauen Sie sich doch um. Und dabei sind wir mitten in Hannover.“


Aus den Stadtteilen Nord

Stöcken

Gemeinsames Zuckerfest bei Ahmadiyya

Für einige Frauen, die das erste Mal die Moschee besuchen, war es ungewohnt, nach der Begrüßungsansprache von den Männern getrennt in dem Frauenbereich im zweiten Stock zu feiern. Zum Büfett trafen sich beide Geschlechter wieder draußen.

Stöckener Muslime laden Nachbarn und Politiker nachträglich zum Fastenbrechen in die Sami-Moschee in der Schwarzen Heide ein. Für Muslime weltweit sind die Feiertage nach dem Verzicht vergleichbar mit der christlichen Weihnachtszeit, dennoch ist das Fest hierzulande kaum im Stadtbild präsent. mehr

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