Religiöser Austausch: Pastor Bodo Kahle lädt Muslime in die Titus-Gemeinde ein.
Haben Sie einen Lieblingsort in Vahrenheide?
Mein Lieblingsort ist mehr ein ganzer Raum. Ich liebe es, mit dem Fahrrad durch den Grünraum in Vahrenheide zu fahren. Ein besonderer Gewinn ist dabei der Märchensee, der allerdings schon zum Sahlkamp gehört.
Wo liegt der Reiz für einen evangelischen Pastor, in einem Stadtteil mit sehr vielen Muslimen zu arbeiten?
In Stadtteilen wie Vahrenheide entscheidet sich die Zukunft unseres Landes. Ich bin seit 30 Jahren in der Gemeinde und verstehe meine Arbeit als Herausforderung. Wir nehmen das Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen als Bereicherung an und verstehen es als Herausforderung für unseren christlichen Glauben.
Können Sie diese Herausforderung genauer beschreiben?
In unseren beiden Kitas befinden sich die christlichen Kinder eindeutig in der Minderheit. Für die Titus-Gemeinde bedeutet das nicht, sich nicht sozial zu engagieren. Im Gegenteil: Für uns gibt es nur einen Weg, mit der Bevölkerung die Gesellschaft zu gestalten. So haben wir seit Anfang der 80er Jahre Kontakte zu Muslimen gesucht und gepflegt. Seit dieser Zeit machen wir bei der interkulturellen Woche mit, die jährlich in der letzten Septemberwoche stattfindet.
Spüren Sie, dass dieses Engagement auch bei den Muslimen ankommt?
Gewiss. Um ein Beispiel zu nennen: Muslimische Eltern haben Christen in die Titus-Gemeinde eingeladen, um gemeinsam das Zuckerfest, also das Ende des Fastenmonats Ramadan, zu feiern.
Vahrenheide hat ein schlechtes Image. Was lässt sich dagegen tun?
Kürzlich war ich im Theater. Da unterhielten sich Leute despektierlich über Vahrenheide. Ich habe sie gefragt, ob sie schon dort gewesen seien. Diese Frage mussten sie verneinen. Ich will damit sagen, dass ich die Menschen einlade, sich ein anderes Bild zu machen und damit ihre Perspektive zu verändern.
40.000 unversteuerte Zigaretten fanden Polizeibeamte in einem Auto in Hannover. Ein Anwohner der Hüttenstraße in Vahrenwald hatte vier mutmaßliche Schmuggler beobachtet - und die Polizei alarmiert. mehr