Die mehrgeschossigen Siedlungen südlich des Industriegürtels sind zum Großteil zwischen den 30er und 50er Jahren aus öffentlichen Mitteln entstanden, innerhalb der Wohngebiete gibt es kaum Grünflächen oder Plätze. Ein Problem sind auch die kleinen, oft noch schlecht ausgestatteten Wohnungen: Durchschnittlich verfügt jeder Stöckener nur über 33,4 Quadratmeter Wohnfläche – der niedrigste Wert in ganz Hannover.
Die Arbeitslosigkeit liegt über dem Hannover-Schnitt. Und auch was die Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund angeht, steht Stöcken großen Herausforderungen gegenüber: Knapp 40 Prozent der Stöckener sind Ausländer oder haben neben der deutschen eine weitere Staatsbürgerschaft. Kurz: „Im sozialen Bereich gibt es sehr viel zu tun“, sagt Bezirksbürgermeistern Margrit Heidi Stolzenwald. Stadt und Land haben den Handlungsbedarf im Viertel erkannt – und fördern Stöcken mit unterschiedlichen Projekten:
„Ganz viel Hoffnung“, sagt Kommunalpolitikerin Stolzenwald, stecke im Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“, an dem Stöcken seit 2007 teilnimmt: Mit knapp acht Millionen Euro werden bis 2017 Gebäude saniert, Spielplätze angelegt oder der Marktplatz verschönert.
Im ehemaligen Stöckener Radioladen haben die Stadtverwaltung und der Verein „Soziales Netzwerk Stöcken“ einen Stadtteilladen eingerichtet. Dort gibt es unterschiedliche Angebote, die vor allem auf Menschen mit Migrationshintergrund zugeschnitten sind. Vormittags wird das Lokal zu einem Lesecafé mit kostenlosen Zeitungen und Magazinen. Am Nachmittag gibt es dort Gesundheitstreffs. (Ithstr. 8, Telefon 0511/70033761)
Das Soziale Netzwerk Stöcken bietet auch einen kostenlosen Mittagstisch für Kinder im „Leckerhaus“ an (siehe Interview, Lüssenhopstraße 17, Telefon 0511/ 9205911, www.leckerhaus.de)
Das Freizeitheim Stöcken setzt mit seinen Angeboten auf Bildung, den Dialog zwischen Kulturen und Vernetzung im Stadtteil: So gibt es eine Reihe von Kursangeboten für Kinder und Erwachsene, Hilfe in Behördenfragen, einen russischen Kulturklub, einen Kinder-Zirkus. Flohmärkte, Konzerte, Theater und Lesungen finden dort ebenfalls statt. (Eichsfelder Straße 101, Telefon 0511/16842942)
Der Ort ist spektakulär: An der Mecklenheidestraße ist ein alter Bunker zum Veranstaltungszentrum und Treff für Jugendliche umgestaltet worden – zum „Jugendzentrum Bunker“. (Mecklenheidestraße 26, Telefon 0511/ 756474)
Ein Unfall mit einer ätzenden Säure hat am Montag einen Großeinsatz der Feuerwehr an der Leibniz Universität ausgelöst. Ein Experiment war schiefgelaufen, die Feuerwehr musste in Schutzbekleidung anrücken. mehr