Imposanter Eingang: Die Kapelle des Stöckener Friedhofs
Architektur, Kunst und Natur: Der Stöckener Friedhof vereint alle drei Bereiche. Seit über hundert Jahren übt die Anlage eine eigene Faszination aus, als mystische Pforte zwischen Leben und Tod. Berühmt gemacht haben die 55 Hektar große Ruhestätte vor allem die Ideen von Julius Trip: Hannovers erster Gartendirektor hatte bereits die Vordere Eilenriede als Waldpark und den Maschpark gestaltet, als er 1901/02 den Stöckener Friedhof erweiterte. Der war damals schon seit zehn Jahren in Betrieb, die neugotische Kapelle mit dem Haupteingang eingeweiht.
Dem streng rechtwinkeligen Wegeraster, das Stadtbauinspektor Paul Rowald entworfen hatte, fügte Trip eine idyllische Parklandschaft hinzu. So traten die Grabmale hinter sanftem Grün zurück – als Kontrastprogramm zu den steinernen Totenäckern der damaligen Zeit. Inmitten des von ihm geschaffenen künstlichen Sees ließ Trip eine Urneninsel anlegen. Wenige Jahre später wurde der Friedhof mit einer symmetrischen Anlage weiter ausgebaut. In diesem Teil fanden später die Weltkriegsopfer ihre letzte Ruhe.
Auf dem Friedhof sind zahlreiche Prominente beerdigt: Neben Julius Trip etwa Niedersachsens erster Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf auch Heimatdichter Wilhelm Henze. Eine Besonderheit unter den Gräbern ist Nummer 189-192 in der Abteilung 49D: Dort wird der Opfer des Massenmörders Fritz Haarmann gedacht. Die Inschrift lautet „Dem Gedächtnis unserer lieben, vom September 1918 bis Juli 1924 verstorbenen Söhne“.
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