Erhielt für ihr Engagement den Bundesverdienstorden: Christel Lunau
Frau Lunau, was treibt Sie eigentlich an?
Ich schaue hin, ich höre gerne zu, ich bin aufmerksam – daraus erwächst einfach der Wunsch zu helfen. Auch wenn das kitschig klingt: Ich liebe die Menschen hier.
… und den Stadtteil?
Es gibt hier sehr schöne Ecken. Ich wohne etwa in einem alten Bauernhaus aus dem Jahre 1777, davon gibt es noch ein paar. Ich fühle mich hier wohl und möchte nie weg. Aber die meisten denken bei Stöcken nur an Schlichtwohngebiete.
Und auch an soziale Probleme.
Die gibt es. Als ich damals erfahren habe, dass hier viele Eltern nicht in der Lage sind, für ihre Kinder etwas zu kochen, habe ich mir gedacht: So etwas kann doch nicht sein! Kinder, die Hunger haben! Also haben wir den Mittagstisch für Kinder im „Leckerhaus“ gegründet.
Ein Erfolg?
Im Schnitt sind immer um die 30 Kinder da, die ein kostenloses Essen bekommen. Und den Eltern zeigen wir, wie man frisch und preiswert selber kocht.
Das ist aber nicht alles, oder?
Wir helfen im „Leckerhaus“ auch bei den Hausaufgaben. So können sich die Kinder schulisch und auch beruflich weiterentwickeln. Da sind wir durchaus erfolgreich. Ich gebe zu, da habe ich eine gewisse Missionierungsfreude. Aber das Schöne ist, es kommt was zurück!
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