Nordstadtleben: "Spandau"-Chef Heiko Heybey (rechts) mit Kollege Dirk Sabrowski und Ehefrau Eva Diederich
Wieso ist die Nordstadt für Händler attraktiv?
Der größte Vorteil gegenüber anderen Quartieren ist Laufkundschaft. Wegen der Universität kommen viele junge Menschen vorbei. Meine Frau Eva Diederich führt das „Designkombinat“ in Linden und hier – mehr Zulauf hat sie in der Nordstadt.
Ist die Nordstadt Szeneviertel?
Für mich ist sie das einzige Szenequartier neben Linden – allerdings kein so schönes. Im Krieg wurde der E-Damm weggebombt, dann rein optisch in den 50ern nicht so erstklassig wieder aufgezogen. Aber die Mischung der Menschen ist klasse. Es gibt das Korn, das Sprengel-Gelände, die Döner-Läden, junge Familien, Studenten – es gibt viele verschiedene Menschen auf engem Raum.
Wieso braucht die Nordstadt den Verein Nordstadtleben?
Weil wir das Gefühl haben, dass sich die Nordstadt – wie auch die ganze Stadt – jahrelang weit unter ihrem Wert verkauft hat. Wir arbeiten am Gegentrend. Deswegen habe ich nach dem Studium auch hier losgelegt. Läden wie das Spandau oder das Strandleben gab es hier noch nicht. Viele zieht es nach Berlin oder Hamburg, da ist man mit solchen Ideen aber einer von vielen. In Hannover kann man noch auffallen.
Was muss in der Nordstadt noch getan werden?
Keiner fährt auf dem E-Damm Tempo 30. Und weil die Straße eng ist, fahren alle auf dem Gehweg Rad. Das ist gefährlich. Außerdem sind einige Vermieter nicht so offen für neue Konzepte, wie wir uns das wünschen würden. Anstatt an einen Laden mit einer guten, aber unerprobten Idee, vermieten sie lieber an ein Wettgeschäft. Die bräuchten mehr Fingerspitzengefühl. Außerdem müssen Hausbesitzer in Fassaden investieren, damit es hier schöner wird.
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