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Zwangsarbeiter

Mahnmal erinnert an das dunkelste Kapitel

Die drei Stahlplastiken an der Garbsener Landstraße erinnern an Schlaufen, in die Köpfe gelegt werden, um die Luft zum Atmen abzuschnüren.
Das KZ Stöcken

KZ Stöcken: Das Bild von 1946 zeigt Särge im Hintergrund - hier starben hunderte Zwangsarbeiter.

© Hist. Museum

Sie erinnern an hunderte Menschen, die sich hier, ganz in der Nähe, zu Tode gearbeitet haben. Und damit an das dunkelste Kapitel der Stadtteilgeschichte.

Gegenüber dem Mahnmal, entworfen von Hans-Jürgen Beuste, stand von 1943 bis 1945 das Konzentrationslager Stöcken. In den Gebäuden der Firma AfA fertigten Zwangsarbeiter Akkumulatoren – ohne Arbeitsschutz, misshandelt von Aufsehern. In Schüben von etwa 1000 Personen aus vielen europäischen Ländern kamen die Gefangenen aus dem KZ Neuengamme (bei Hamburg). Nachweislich starben hier 403 der etwa 1500 Häftlinge.

Sein Ende fand das KZ in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1945. Als die Alliierten anrückten, mussten die marschfähigen Häftlinge das Lager Richtung Bergen-Belsen verlassen. Wer nicht Schritt halten konnte, wurde erschossen. 600 Häftlinge, die nicht mehr laufen konnten, transportierten die Nazis im Zug nach Gardelegen in Sachsen-Anhalt. Dort wurden sie lebendig verbrannt.

Aus Angst vor den Augen der Nachwelt zerstörten Nazi-Schergen anschließend das Lager. Einzig nördlich des Friedhofes am Glockenberg ist der Bunker des Lagerkommandantens stehen geblieben. Das Mahnmal sollte eigentlich auf dem Gelände der aus der AfA entstandenen Varta platziert werden. Die Aktionäre entschieden sich allerdings dagegen.

Wohl aufgrund wirtschaftlicher Vorteile ließ man damals die tödliche Sklavenarbeit zu. Inzwischen arbeitet auf dem Varta-Gelände die Firma Johnson Controls und produziert hauptsächlich Autobatterien für den europäischen Markt.

Am Mahnmal findet jedes Jahr am 8. Mai eine Gedenkfeier statt – an dem Tag, an dem der Zweite Weltkrieg beendet wurde

[Sebastian Scherer]

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