Navigation:
Leinhausen: Der Bahnhof

Der Bahnhof Leinhausen ist bekannt als Veranstaltungsort. © Christian Behrens

|
Leinhausen

Dieser Stadtteil hat freie Bahn

Schienen, Signale und eine Synagoge in Leinhausen

Leinhausen? Neeeeiiin! Stöcken natürlich – aber doch nicht Leinhausen! Ist doch ganz klar zu erkennen, auf der anderen Straßenseite ist doch gleich der Friedhof Stöcken, größte Einnahmequelle. Ach, im Stadtplan steht aber was anderes? Erstmal prüfen! Stimmt. Na, so was ...

Die Mitarbeiterin des Blumengeschäfts an der Fuhsestraße ist ernsthaft überrascht, ebenso die ältere Dame, die sich von ihr einen Blumenstrauß binden lässt. Seit Jahren dachten beide, sie verrichten ihre Arbeit, kaufen ihre Blumen in Stöcken. Aber die westliche Grenze des Stadtteils Leinhausen durchschneidet die Fuhsestraße, teilt Friedhof und angegliederte Geschäfte.

Nicht die einzige Fehleinschätzung im Stadtteil. Das „Herrenhäuser Fass“ etwa, ein uriges Kneipenrestaurant, liegt auf Leinhausen-Seite. Und wer pingelig sein will, sieht auf dem Stadtplan die südöstliche Grenze des Stadtteils auf den Bahngleisen verlaufen. Türsteher bei den im Bahnhof Leinhausen stattfindenden Partys könnten ihre Gäste auch mit einem fröhlichen „Willkommen in Herrenhausen“ begrüßen.

Die Versuchung ist groß, auf diesem kurzen Abschnitt der Stöckener Straße schnell durch den Stadtteil zu rauschen Doch Leinhausen hat mehr zu bieten, abbiegen lohnt sich. Zum Beispiel, um einen Blick zu werfen auf die neu gebaute Synagoge, einem Steinquader, der in den Himmel ragt. „Etz Chaim“ heißt das Gemeindezentrum der Liberalen Jüdischen Gemeinde – das bedeutet „Baum des Lebens“.

Nach Norden begrenzen Schienen und alte Gemäuer Leinhausen: das ehemalige Ausbesserungswerk der Bahn. 1874 wurde es gebaut, 1992 geschlossen. Inzwischen werkeln Bahnmitarbeiter hier in einer Werkstatt an den roten S-Bahnen. Seit 2000 macht die Üstra auf dem Gelände kleine, bis zu einstündige Ausbesserungs- und Kontrollarbeiten.

„Ohne die Bahn hätte es Leinhausen vielleicht gar nicht gegeben. Zumindest nicht so, wie es heute aussieht“, sagt Willi Grünthal. Der dritte Vorsitzende des Rasen-Sportvereins (RSV) Hannovers arbeitet als Schwimmmeister im Freibad Leinhausen. Er schmunzelt: „Die Anlage besteht seit 1941. Damals brauchte die Bahn schnell verfügbares Wasser für den Brandfall. Statt einfach nur ein ansonsten nutzloses Becken anzulegen, hat man sich für ein Mitarbeiterschwimmbad entschieden.“

Die Spuren der Eisenbahner-Siedlung sind an den Wohnhäusern zu erkennen. Zum Beispiel an der Einbecker Straße, wo efeubewachsene Blumengitter in Signalform den Pflanzen Halt bieten.

„Bis heute ist unser Stadtteil stark davon geprägt“, sagt Edelgart Buhlhaus. Ihr verstorbener Mann hat „eigentlich von Anfang an“ bei der Bahn gearbeitet. „Ich habe immer noch viele Nachbarn aus dem Bereich, frühere Kollegen meines Mannes – und wenn wir zusammen kommen und plaudern, geht es immer auch um die Zeit damals“, sagt die 78-Jährige. Für sie ist das eine verlässliche Konstante. Die aber auch eine Schattenseite hat: „Für die meisten Hannoveraner sind wir die Eisenbahnsiedlung. Die, die herziehen, erzählen dann gern allen, dass sie in Herrenhausen leben. Oder eben in Stöcken.“ Buhlhaus nimmt es gelassen. „Wenns ihnen dann besser geht – gerne.“ Sagt die Leinhäuserin aus Überzeugung.


Aus den Stadtteilen Nord

Stöcken

Gemeinsames Zuckerfest bei Ahmadiyya

Für einige Frauen, die das erste Mal die Moschee besuchen, war es ungewohnt, nach der Begrüßungsansprache von den Männern getrennt in dem Frauenbereich im zweiten Stock zu feiern. Zum Büfett trafen sich beide Geschlechter wieder draußen.

Stöckener Muslime laden Nachbarn und Politiker nachträglich zum Fastenbrechen in die Sami-Moschee in der Schwarzen Heide ein. Für Muslime weltweit sind die Feiertage nach dem Verzicht vergleichbar mit der christlichen Weihnachtszeit, dennoch ist das Fest hierzulande kaum im Stadtbild präsent. mehr

KommentareKommentar/e



Anzeige

Das Video

Die große Stadtteilserie der NP stellt Ihre Heimat vor. Das Video zum Besuch im Zooviertel sehen Sie hier.