"Es gibt immer viel zu tun": Rudolf Tierge (70) ist Vorsitzende des Kleingärtnervereins Burgland.
Der zentrale Platz in Ihrem Kleingartenverein trägt ihren Namen – Rudolf-Tierge-Platz. Wie groß ist das Ehrgefühl?
Na ja, so gerne stehe ich eigentlich nicht im Mittelpunkt. Die Mitglieder wollten mir damit aber etwas Gutes tun, und darüber freue ich mich natürlich sehr.
Rund die Hälfte der Fläche von Burg besteht aus Kleingärten. Sind Sie deshalb nach Burg gezogen?
Nein, nicht nur deshalb. Ich habe zuletzt in Vahrenwald gewohnt, da ist es laut und staubig. In Burg ist es viel gemütlicher und ruhiger. Und die Luft ist hier sauberer, weil es mehr Natur gibt – wegen der Kleingärten. In Burg gibt es insgesamt etwa 1800 Gärten, die meisten sind bis zu 400 Quadratmeter groß.
Wie viel Zeit verbringen Sie in Ihrem Kleingarten?
Schon als Kind war ich oft im Kleingarten meiner Großeltern. Später war der Kleingarten mein Hobby, jetzt ist er ein Lebensmittelpunkt, quasi das A und O in meinem Alltag. Im Moment verbringe ich etwa zwei bis drei Stunden am Tag im Garten. Gießen, schneiden, harken oder die Laube streichen – es gibt immer viel zu tun. Für mich ist die Kolonie ein kleines Paradies.
Worin unterscheidet sich die Kolonie Burgland von anderen Kleingärten?
Äußerlich darin, dass hier noch viele hohe Bäume zu finden sind. Intern aber vor allem in der starken Gemeinschaft. Unser Gartenfest zählt zu den größten in Hannover.
Wie wichtig sind die Kleingärten für die Einwohner von Burg?
Wir haben etwa 390 Mitglieder, die meisten davon kommen aus Burg. Zwei Bewohner haben hier sogar ihren Wohnsitz. Die meisten Mitglieder sind über 50 Jahre alt, allmählich kommen aber auch viele junge Familien nach. Das ist genauso wie in der Wohnsiedlung. Die Kleingartenvereine sind gewissermaßen ein Spiegel der Gesellschaft von Burg.
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