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Der Name des Stadtteils Burg geht auf ein Rittergut zurück.

Der Name des Stadtteils Burg geht auf ein Rittergut zurück.© Patrice Kunte

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Burg

Auf der Suche nach dem Märchenschloss

Gartenparadies Burg hat den Namen von einem Rittergut

Burg – ein ungewöhnlicher Name für einen Stadtteil. Wo ist diese Burg, die dem Viertel seinen Namen gibt? Die Suche nach einer herrschaftlichen Festung beginnt am Burgweg im Nordosten.

Drei Kleingartenkolonien gibt es dort. Burg-Land, Burg-Frieden und Herrenhausen-Burg. Hier, irgendwo zwischen den 1800 Kleingärten, könnte das Schloss doch zu finden sein!

Die Laubenpieper haben viel zu tun in diesen Tagen. Die meisten kommen zum Gießen her, zupfen Unkraut aus den Beeten. „Hier ist mein Lieblingsplatz. Wie ein zweites Zuhause, nur schöner“, sagt Rosemarie Schmidt-Heimann. Die Hälfte ihrer Gartenfläche nutzt die Seniorin zum Gemüse- und Obstanbau, auf der anderen leuchtet bunte Blütenpracht im Sonnenschein. An der Wand des Gartenhäuschens hängt eine Holztafel mit Aufschrift: „Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann leg dir einen Garten an!“ Von einer Burg weiß Schmidt-Heimann jedoch nichts. „Aber in Herrenhausen gab es mal ein Schloss, vielleicht lag es dort in der Nähe.“

Auf dem Weg gen Westen zeigt der Stadtteil sein zweites Gesicht: eine lückenlos bebaute Siedlung, die der vielbefahrene Vinnhorster Weg vom riesigen Kleingartenterrain, das mehr als die Hälfte der Stadtteilfläche ausmacht, trennt. Das „Harz-Viertel“: Osterode, Zellerfeld, Clausthal oder Wernigerode – die Stadtplaner haben keine bekannte Stadt aus dem Mittelgebirge ausgelassen. Auffällig ruhig ist es dort, am kleinen Einkaufszentrum an der Harzburger Straße ist niemand in Eile. „In Burg ist der Anteil von Senioren vergleichsweise hoch“, sagt Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald.

Vogelgezwitscher bestimmt die Geräuschkulisse, die Behaglichkeit im Harz-Viertel ist spürbar. „In den vergangenen Jahrzehnten wurden erst viele kleine Villen und danach viele Genossenschaftswohnungen gebaut“, erzählt Stolzenwald. Dennoch sei Burg ein Stadtteil mit viel Grün. Sie empfiehlt einen Besuch der Freiluftschule. „Da ist auch eine uralte Mauer zu sehen.“

Ein Hinweis auf eine mittelalterliche Burg? Im märchenhaften Waldstück an der Grenze zu Herrenhausen toben Grundschüler aus Badenstedt. „Für Stadtkinder ist der Wald ein echtes Erlebnis“, sagt Bettina Knälmann, Leiterin der Freiluftschule. Sogar einen Eisvogel und einen Schwarzspecht habe sie schon gesichtet. „Die Kinder dürfen herumtoben, den Wald erkunden oder die alte Mauer freilegen“, sagt sie und zeigt auf Steine, die seit Jahrzehnten im Erdreich versunken sind. „Hier lag früher ein altes Rittergut, der Vorläufer der Freiluftschule war bis zum Zweiten Weltkrieg im alten Herrenhaus untergebracht.“

Die Burg in Burg – von einem Schloss im Märchenwald scheint nichts geblieben. Der Weg führt zurück zum Ausgangspunkt, als hinter einer Kurve kurz vor der Paul-Dohrmann-Schule altes Mauerwerk zu sehen ist, gut getarnt durch dichten Efeu-Bewuchs. Überbleibsel eines Turmes auf dem „Rittergut Burg“, das laut Stadtarchiv auf die mittelalterliche Gernandesburg zurückgeht. Vom dort schaute Gutsherr Ludolf Mummy einst auf 114 Hektar Ackerland und 30 Hektar Wiesen hinab. Auf Rebhühner und Hasen könnte Mummy heute aber nicht mehr anlegen: „Der Schutz der frei lebenden Tiere soll gefördert werden“ heißt es in Kapitel vier der Kleingartenordnung.


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