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VIEL LUFT NACH OBEN: Auf demSchützenplatz ist kaum etwas los.

VIEL LUFT NACH OBEN: Auf dem Schützenplatz ist kaum etwas los.© Michael Thomas

Hannover

Leeres Schützenfest macht ratlos

Rekordhitze, Unwetter, Dauerregen - das Schützenfest 2015 hatte einen schweren Start. Doch warum bleibt der Platz auch leer, wenn fast schon optimales Volksfest-Wetter herrscht?

Hannover. Paul Eric Stolle, Geschäftsführer des Verbands Hannoverscher Schützenvereine, vermutet, dass es an einem Überangebot an Veranstaltungen in Hannover liegt. „Die Leute können ihr Geld ja auch nur einmal ausgeben“, sagt er salopp. Ganz konkret hat er da die anderen beiden Volksfeste im Blick, die auch auf dem Schützenplatz stattfinden: „Das Oktoberfest ist ja zeitlich noch relativ weit weg von uns. Aber das Frühlingsfest dauert immer fast drei Wochen und ist schon sehr nah an unserer Veranstaltung dran.“

Die Schützen hätten darauf keinen Einfluss, so Stolle. Organisiert werde das Fest nämlich nicht von ihnen, sondern von der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller. „Letztendlich erschaffen die sich aber so eine eigene Konkurrenzveranstaltung. Man muss sich schon fragen dürfen, ob das so Sinn macht.“

Auch Hans Nolte, Chef der Hannover Marketing Gesellschaft (HMTG), sieht in der „Verdichtung der Veranstaltungen“ den Hauptgrund für die Misere. „Insbesondere das Frühlingsfest nimmt einen Teil der Spannung für das Schützenfest raus. Die Schausteller müssen selbst sehen, wie sie das in Zukunft takten wollen. Das muss aber aus ihrem Lobbyverband selbst kommen.“

Dennoch hinterlasse die derzeitige Situation des Schützenfestes eine gewisse Ratlosigkeit bei ihm. „Ich kann mir keinen Reim darauf machen. Von uns aus wurde das Fest in allen Medien hoch und runter beworben. Und auch den Verantwortlichen kann man keinen Vorwurf machen. Sie haben hier tolle Fahrgeschäfte her bekommen. Das hat schon in Teilen das Niveau vom Oktoberfest in München“, so Nolte.

Stolle ergänzte das gestern noch mit diesem Satz: „Noch mehr Spektakel kann man ja nicht mehr bieten.“ Er hofft nun, dass mit dem Wochenende das Schützenfest noch die Kurve bekommt. Klaus Timaeus, Geschäftsführer des Vereins Schützenfest, hat sich am Donnerstag noch das Minimalziel von einer Million Besucher gesetzt.

Stolle: „Das wäre dann noch eine runde Geschichte. Auch wenn wir vor dem Fest auf 1,3 Millionen gehofft haben.“


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