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Steven Cherundolo© Behrens

NP-Interview

Steven Cherundolo: „Obama ist eher der Stratege“

Steven Cherundolo, einstiger US-Nationalspieler und 96-Publikumsliebling, freut sich auf den Hannover-Besuch von Barack Obama am 24. April.

Glauben Sie, dass Barack Obama Fußball spielen kann?
Nein. Soweit ich weiß, ist er zwar ein leidenschaftlicher Basketballer und er spielt Golf, aber ich habe ihn noch nie Fußball spielen gesehen.

Würden Sie Obama als Verteidiger oder als Stürmer aufstellen?
Weder noch, er ist eher der Stratege - der die Bälle im Mittelfeld annimmt und verteilt. Er ist ein Präsident, der eher in der Mitte steht und zwischen beiden Seiten verhandeln kann. Das hat er die letzten sieben, acht Jahre zumindest sehr gut gemacht.

Wenn Sie ihm für seine Amtszeit eine Spielnote geben müssten, welche wäre das?
Eine glatte Zwei.

Warum keine Eins?
Na ja, unsere Wirtschaft hat ganz schön gelitten. Das war ein weltweites Problem. Aber da hätte er trotzdem besser handeln können.

Womit hat Obama am meisten gepunktet?
Er hat das Bild der USA in der Welt im Vergleich zu George W. Bush sehr stark zum Positiven verändert. Wir werden nicht mehr so sehr als militärische Macht gesehen, die überall hinfährt und etwas zerstören will, sondern als Land, das versucht, Probleme erst auf politischer Ebene zu lösen. Das ist toll!

Als US-Bürger dürfen Sie auch in den USA wählen. Was ist das für ein Gefühl? Sie sind ja doch recht weit weg vom Weißen Haus ...
Stimmt, aber zum Glück kann man sich heutzutage sehr gut übers Internet informieren. Und ich gucke amerikanisches Fernsehen. So bleibe ich immer im Bilde. Ich wähle sehr, sehr gern.

Ist das Bild, das amerikanische Medien von den USA zeichnen, ein anderes, als deutsche Medien es tun?
Mit Sicherheit. Das liegt aber schon alleine daran, dass amerikanische Sender sich viel intensiver nicht nur mit großen, sondern auch mit kleineren Themen auseinandersetzten.

Am 8. November wird in den USA eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für Obama gewählt. Wer ist Ihr Favorit?
Es gibt aktuell keinen Kandidaten, der in allen Bereichen top aufgestellt ist. Hillary Clinton ist außenpolitisch besser, Donald Trump ist bei Wirtschaftsfragen stärker.

Trump gilt in Deutschland als ziemlich unbeliebt. Wie kommt es, dass er dennoch in den USA so erfolgreich ist?
Er ist einer der wenigen Politiker, die sich nicht immer politisch korrekt ausdrücken. Das gefällt den meisten Amerikanern. Zudem sind seine Ideen und Botschaften sehr leicht zu verstehen. Das ist selten in der Politik.

Wie beurteilen Sie als Amerikaner Angela Merkel?
Sie ist eine gute Kanzlerin. Sie war ja auch lange beliebt. Eine so starke Kanzlerin wie Frau Merkel hilft in den aktuell doch recht unsicheren Zeiten. Sie hat Deutschland in meinen Augen nach innen und insbesondere nach außen sehr gut vertreten.

Wie oft sind Sie aktuell zu Besuch in den USA? Und wo sind Sie dort am liebsten?
Ich fliege ein- bis zweimal im Jahr rüber. Dann bin ich meist in meinem Heimatort; in San Diego, California.

Im Einsatz für das US-Team haben Sie Barack Obama auch mal persönlich kennengelernt ...
Ja, ich war 2006 und 2010 jeweils nach der Weltmeisterschaft mit dem Team im Weißen Haus. Das war sehr schön, sehr spannend. Obama hat mit mir über Fußball und Basketball gesprochen, die beiden Sportarten miteinander verglichen.

Viele Menschen in Hannover ärgern sich, dass man Obama bei seinem Besuch gar nicht zu Gesicht be-kommt. Dass alle Veranstaltungen so geheim ablaufen. Können Sie das nachvollziehen?
Ja und nein. Klar möchte man ihn sehen und Anteil an seinem Besuch haben. Andererseits ist unsere Welt eben aktuell so unsicher. Da muss man verstehen, dass es nicht anders geht. Obama und die ganze Regierung, alle wünschen sich, dass es anders wäre.

Sie sind aktuell Trainer der U-17-Mannschaft von 96. Die meiste Zeit des Jahres verbringen Sie also in Hannover?
Ja, ich fühle mich hier pudelwohl. Ich arbeite gerne für den Verein, habe hier meine kleine Familie. In den nächsten Jahren sehe ich auch sicher keinen Grund, von hier wegzugehen.


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  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
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