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Obama-Besuch

Obama bewegt mit Rede in Hannover

Standing Ovations
für den Präsidenten der Vereinigten Staaten: Kaum kam Barack Obama gestern um 11.30 Uhr in den Pavillon 35 auf dem Messegelände, hatte er die Herzen der mehr als 500 Studenten dort schon erobert.

Hannover. „Von der Sekunde, in der Präsident Obama den Raum betreten hat, bis zur letzten Silbe seiner Rede war ich völlig gebannt von seinem Charisma und seiner Präsenz“, so die angehende Biotechnologie-Studentin Beate Thal (28) aus Hannover über ihren Eindruck. Der mächtigste Mann der Erde habe ihr klargemacht, „was für ein privilegiertes Leben wir als Studenten in Europa führen“.

So erging es auch Patrick Settnick (23), Ingenieurstudent an der Oldenburger Carl-von-Ossietzky-Universität: „Unfassbar, auch wenn ich ihm leider nicht die Hand schütteln konnte: Der Präsident versteht es wirklich, komplizierte Dinge plausibel zusammenzubringen und uns von der Pflicht zum Engagement für die Freiheit zu überzeugen.“

Das Treffen mit den angehenden Akademikern aus allen Fachbereichen, davon mehr als 400 aus Hannover, sollte ursprünglich im Lichthof der Leibniz-Uni stattfinden. Der Secret Service der Vereinigten Staaten verwarf die Idee jedoch nach einer Besichtigung: „Das Glasdach dort ist zu unsicher“ lautete die Begründung.

Die gemeinsame Fahrt zur Messe nach einigen Sicherheits-checks aller Teilnehmer schon Wochen zuvor wäre dann beinahe durch ein winziges Detail vorzeitig beendet gewesen. Die zwölf Busse, darin auch hundert internationale Medienvertreter, scheiterten an der vorgeschriebenen Route durch die Schützenallee: Die Brücke dort war acht Zentimeter niedriger als die Fahrzeuge. Das Wendemanöver der Kolosse verursachte morgens ein mittleres Verkehrschaos.

Die Begegnung mit Obama ließ dann die Beschwernisse auch durch das folgende stundenlange Warten im Pavillon auf ihn völlig vergessen. „Der Wahnsinn“, reagierte die Hamburgerin Lina Zinecker (21), die derzeit in New York Schauspiel studiert, „ich bin beeindruckt, mit welcher Gelassenheit und Natürlichkeit er mit uns über Themen wie die Flüchtlingskrise und die notwendige Einigkeit Europas gesprochen hat.“

Sie war von der deutschen Botschaft gefragt worden, ob sie Obama in Hannover treffen wolle, und flog deshalb für drei Tage nach Niedersachsen. „Egal, wie anstrengend so etwas ist, es hat sich mehr als gelohnt. Ich bin um wertvolle Erfahrungen reicher geworden“, sagte sie.

Ähnlich beeindruckt zeigte sich auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), der an Obamas Treffen mit den jungen Deutschen wie fast die gesamte Landesregierung teilnahm: „Ich war mit dem Helikopter in der Luft, als die ,Air Force One‘ am Sonntag in Langenhagen gelandet ist. Das war schon aufregend, von da oben zu sehen, wie Barack Obama aus dem Flugzeug steigt und Ministerpräsident Stephan Weil die Hand gibt.“

Dass der US-Präsident auch zum Ende seiner Amtszeit unbeirrt dabei bleibt, junge Menschen von oft langweilig scheinenden politischen Debatten (und nicht immer bequemen Einsätzen für Frieden, Freiheit und Wohlstand) zu überzeugen, hat viele seiner Zuhörer im Pavillon 35 auf Anhieb für ihn eingenommen. „Wir müssen unsere Werte hochhalten“, mahnte er eindringlich, „nicht nur, wenn es einfach ist, sondern auch, wenn es schwierig wird.“

„Ich finde es toll, dass es trotz engem Zeitplan dieses Event für junge Leute gab. Die Atmosphäre war überraschend persönlich“, beschrieb die hannoversche Biotechnologie-Studentin Christine Schikowsky (27) ihre Empfindungen. „Es ist wichtig, daran erinnert zu werden, dass das Europa und die Welt, wie wir sie derzeit erleben, keine Selbstverständlichkeit darstellen“, findet sie. Als Obama nach rund einer Stunde seine Rede beendet, gibt es kein Halten: Der Präsident kommt von der Bühne herunter und schüttelt Hände und lässt Selfies mit sich und den Zuhörern machen. Der mächtigste und gefährdetste Mann der Welt – völlig gelöst in der Freude dieses Moments.

von Claudia Brebach


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