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DER KONSTRUKTEUR AM VIRTUELLEN PLANUNGSTISCH: Seit wenigen Monaten erst werden bei Volkswagen Datenbrillen für den Entwurf und die Gestaltung von 3-D-Produktionswelten oder auch bei der Schulung von Mitarbeitern eingesetzt.

DER KONSTRUKTEUR AM VIRTUELLEN PLANUNGSTISCH: Seit wenigen Monaten erst werden bei Volkswagen Datenbrillen für den Entwurf und die Gestaltung von 3-D-Produktionswelten oder auch bei der Schulung von Mitarbeitern eingesetzt.© RAINER JENSEN

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Hannover

Messe: Starker Auftritt für Mensch und Maschinen

Auf der Hannover-Messe geht es ab heute um den weltweiten technologischen Fortschritt in allen Industriebranchen. Deutschlands Tüftler und Denker spielen dabei eine starke Rolle, wie einmal wieder der erste NP-Rundgang durch die Hallen zeigt. Roboter, Vernetzung von Mensch und Maschinen, die digitale Fabrik und der Röntgenblick durchs Auto – alles made in Germany und bereit für den weltweiten Einsatz.

Das Spiel mit 
dem Bau neuer
 Fabriken

Hannover. Videospiele waren gestern - heute werden Oculus-Rift-Brillen längst in industriellen Produktionen eingesetzt. Volkswagen nutzt virtuelle Realität, aber auch 3-D-Druck bereits in vielen Aufgabenbereichen, führt der Autobauer in Halle 15, Stand A 04 vor. Dort nutzen hauseigene Experten die Datenbrille, um kombiniert mit Gestensensoren ganze Produktionsanlagen erstehen zu lassen. Seit Anfang 2016 werden bei VW damit anders als zuvor kein Material und keine Energie mehr verschwendet. Montagestraßen werden so bis zur letzten Schraube schneller durchdacht und durchgeprüft, bevor sie in der Realität wachsen. Ziel der Digitalisierung auch bei Schulungen sei, „Entwicklungs- und Produktzyklen zu verkürzen, mehr Nähe zu Kunden und ihren Wünschen zu erreichen“, erklärt Werner Schreiber, Forschungschef visuelle Techniken bei VW.

Mica stoppt Schummel 
mit Emmissionsdaten

Einen Boliden der speziellen Art hat die Technologiegruppe Harting vom Genfer Autosalon zur Hannover-Messe rollen lassen. Das neue Rinspeed-Konzeptauto „Etos“ enthält nämlich neben allem technischen Superschnickschnack auch eine kleine unscheinbare schwarze Box, die es in Zeiten von Dieselgate in sich hat. In Halle 11, Stand C 13 präsentieren die Espelkamper den Mini-Industrie-Computer Mica, der bei dem Auto Emission und Zustand überwacht. In diesem Fall könnten die Daten unter anderem auch an Tüv und Dekra geliefert werden. Aber auch in jeder anderen industriellen Anwendung überprüfe Mica per Sensoren und Funkchips andauernd Antriebs- und Motorendaten, betont Uwe Gräff, Chef von Harting Electronics. Für die Entwicklung gabs gestern den Technik-Oscar Hermes-Award.

Hochleistungsakkus für
 die Energiewende

Kernfrage der Energiewende ist die nach der dauerhaften Speicherfähigkeit von Akkus. Um die Herstellung solcher stationären Lithium-Speichersysteme kostengünstiger und die Batterien noch leistungsfähiger zu machen, haben Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie – kurz: Kit – eine robotergestützte Schweißlinie entwickelt. „Wir können Batteriezellen zuverlässig und effizient verschweißen“, führt Olaf Wollersheim aus dem Kit-Projekt in Halle 2, Stand B 16 vor. Dabei kann der Roboter nicht nur ordentlich Tempo bei der Arbeit machen, sondern verschweißt die Akku-Packs von acht Rundzellen auch nach unterschiedlichen technologischen Ansprüchen. Mit dem modularen System für hohe Speicherkapazitäten hoffen die Forscher auf Messe-Firmen, die damit in Produktion gehen wollen.

Robotergarde ist 
individuell auf Zack

Die Roboter des Augsburger Automationskonzerns Kuka, einem der weltweit führenden seiner Branche, sind überall auf Zack, wo Mensch und Maschinen zusammen produzieren. Um den Begriff „Industrie 4.0“ anschaulicher zu machen, gibt es in Halle 17, Stand G 04 eine Robotergarde zu sehen, die jedem Kunden seinen Lieblingskaffee ausschenkt und ihn vorher per Handy über den gesamten Herstellungsprozess und Bestandteile des Inhalts informiert – auch wenn jede Bestellung eine individuelle Zusammensetzung verlangt. In der industriellen Welt könnte ein Hersteller so weltweit die Entstehung seiner Produkte steuern, überwachen und bei unerwünschten Veränderungen sofort eingreifen. Am selben Stand schenkt der Roboter übrigens auch Weizenbier so optimal ein, wie es kein Mensch könnte.

Mit Röntgenblick auf 
der Überholspur

Der Technologiekonzern Siemens führt in Halle 9, Stand D 35 mit einem interaktiven Modell vor, wie Autobauer mit Röntgenblicken die Produk-tionsschritte eines Fahrzeuges verfolgen können. Einige der großen deutschen Hersteller sind längst auf dieser Überholspur, berichtet Peter Weckesser, Chef des Konzernbereiches. Auch hier ist flexible Fertigung eines der Stichworte. Bei BMW in Dingolfing wird damit bereits erreicht, dass immer höhere Komplexität bei der Fertigung optimal beherrscht werden kann und die gigantischen Produktionslinien schneller betriebsbereit sind. Unterm Strich geht es also auch immer um Kosten. Das nützen auch Daimler oder VW etwa für Entwicklungsarbeit sowie kürzere Taktzeiten bei der Serienproduktion. Das Traumauto in kurzer Zeit zum besten Preis soll Realität werden.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok

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