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Auf einen Blick

Hannover: Alles zum Obama-Besuch

Tausende Polizisten aus Deutschland im Einsatz - Bundeskriminalamt und Secret Service planen mit - Einschränkungen durch drei große Sicherheitszonen:

Das erwartet Hannover

Hannover. Die Polizei ist während des Obama-Besuchs mit einem Großaufgebot im Einsatz. „Mehrere 1000 Beamte aus nahezu allen Bundesländern“, so Polizeivizepräsident Thomas Rochell, werden den Staatsbesuch in Hannover sichern. Die Einsätze rund um Obama und auch die große Demonstration am Sonnabend in der Innenstadt werden von einem 30-köpfigen Stab koordiniert.

Wenn der US-Präsident in Hannover ist, wird auch ein Vertreter seiner Leibwache, des Secret Service, im Stab vertreten sein. Ein deutscher Beamter wird auch in der Zentrale der US-Amerikaner eingesetzt, so Rochell. Die Brisanz des Präsidentenbesuchs schätzt Rochell so ein: „Er zählt zu den zwei gefährdetsten Männern der Welt.“ Auf gleicher Sicherheitsstufe rangiere nur der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Auf eine Gefährdung gebe es allerdings „keine konkreten Hinweise“. Es darf vermutet werden, dass Obama auch nicht käme, wenn es anders wäre.

Zur genauen Zahl der Einsatzkräfte in der Stadt macht die Polizei keine Angaben. Die Beamten, die aus nahezu allen Bundesländern hinzugezogen werden, sind während ihres Aufenthaltes in mehreren Hotels und Kasernen untergebracht.
Bereits im Februar wurde ein Vorbereitungsstab eingerichtet. Die Mitarbeiter haben ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das mit dem Bundeskriminalamt und dem Secret Service abgestimmt wurde. Die Planungen können immer noch kurzfristig geändert werden – und werden laufend aktualisiert. Die Verantwortung für die polizeilichen Einsätze am Hannover-Congress-Centrum und dem Messegelände trägt die Polizeidirektion Hannover. Für die Sicherheitsmaßnahmen in Herrenhausen ist das Bundeskriminalamt verantwortlich. Auch die Bundespolizei hat ihr Personal für dieses Wochenende aufgestockt. Das wird vor allem am Hauptbahnhof und am Flughafen sichtbar. „Wir sind mit einer größtmöglichen Anzahl an Kräften vor Ort“, sagt Bundespolizei-Sprecher Frank Steigerwald. Dazu gehören auch Mitglieder der Antiterroreinheit GSG 9 sowie Schutz- und Sprengstoffhunde.

Für die Hannoveraner bedeutet der Besuch des amerikanischen Staatsoberhauptes vor allem eins: Einschränkungen. Am Flughafen, um das Hannover-Congress-Centrum im Zoo-Viertel, an den Herrenhäuser Gärten und in Isernhagen-Süd, wo Barack Obama im Seefugium die Nacht zu Montag verbringen wird, wurden Sicherheitsbereiche eingerichtet. Weil die herausragend hohen Maßnahmen mit einem hohen Personaleinsatz einhergehen, werden bei der Polizei viele Überstunden anfallen. Dazu, was all das kostet, konnten die Polizei gestern noch keine Angaben machen.

Alle weiteren NP-Texte zum Obama-Besuch finden Sie hier

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NP-Interview: „Jeder Schritt ist abgestimmt“

Michael Rose (50) ist Protokollchef der Messe. Er ist dafür verantwortlich, dass der Besuch von US-Präsident Barack Obama so abläuft wie zuvor geplant.

Wer hat es geschafft, den US-Präsidenten auf die Messe zu locken?
Obama kommt aus einem einzigen Grund nach Hannover: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihn eingeladen. Wir müssen jedoch die Vorarbeit leisten und dafür sorgen, dass genügend Aussteller aus dem Partnerland dabei sind.

Wie wird die Entscheidung getroffen, welche Stände Obama und Merkel besuchen?
Das Interesse unserer Aussteller, berücksichtigt zu werden, ist riesig. Alle bemühen sich um diesen Besuch mit einem formellen Akt, indem sie die Bundeskanzlerin und den Präsidenten einladen. Das ergibt dann eine lange Liste, die gemeinsam abgestimmt wird. Die Entscheidung, welche Unternehmen außerhalb des amerikanischen Pavillons besucht werden, obliegt allein der Bundeskanzlerin.

Kann der Präsident beim Rundgang sagen: „Dort hinten ist ein schöner Stand, den will ich mir ansehen!“?
Das kann der Präsident immer sagen. Aber es ist jeder Schritt bei der Eröffnungsveranstaltung und jeder Schritt auf dem Messegelände mit den Amerikanern besprochen und abgestimmt. Es darf keine Überraschung für niemanden geben.

Vor drei Jahren hat das nicht ganz geklappt. Damals stürmten beim Messe-Rundgang halbnackte Femen-Aktivistinnen auf Russlands Präsidenten Waldimir Putin zu. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?
Es ging alles sehr schnell, da war nicht viel Zeit zum Denken. Mir war klar, hier läuft gerade etwas schief, ich muss reagieren. Das Protokoll kann ja die Dinge nicht laufen lassen.

Sie haben sich dann zwischen den Präsidenten und eine Aktivistin gedrängt.
Die Sicherheitsleute bewegten sich bereits in eine andere Richtung. Insofern stand ich besser als andere, um einzuschreiten.

Werden Sie aufatmen und die Füße hochlegen, wenn alles ohne Zwischenfälle geklappt hat und Obama weg ist?
Im Gegenteil – dann geht es ja erst richtig los. Am Dienstagabend haben wir die Gala Herrenhausen, bei der sich die Führungsfiguren der Dax-notierten Firmen in Deutschland treffen. Insgesamt gibt es bis Freitag auf der Messe 200 von uns vorbereitete VIP-Rundgänge mit vielen Ministern, Ministerpräsidenten und Wirtschaftsführern aus aller Welt.

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Planespotter nehmen ihren 
Platz in Langenhagen ein

Es ist zum Haareraufen! Da kommt der mächtigste Mann der Welt, ständig sichtbar in Funk und Fernsehen – nur in Hannover bekommen ihn die Normalbürger nicht zu sehen.

Das hält versierte Planespotter (Flugzeugbeobachter) nicht davon ab, trotzdem nach dem Mann, beziehungsweise seinem Flugzeug, zu suchen und die Boeing 747-200B möglichst mit der Kamera abzuschießen. Die „Air Force One“, die am morgigen Sonntagmittag auf dem Flughafen Hannover in Langenhagen landen soll, kann ja nicht ganz unbemerkt landen. Und so raten Experten, sich mit Kamera und/oder Fernglas die Einflugschneise in Langenhagen vorzunehmen.

Planespotter Jens Hameister vermutet, dass die Präsidentenmaschine von Osten kommt und von der Ecke Walsroder Straße/Am Pferdemarkt zu sehen sein könnte. Und dann wird es ja noch eine Fahrzeugkolonne vom Flughafen Richtung Hannover geben – aber Vorsicht beim Winken, das könnte falsch verstanden werden.

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Busse und Bahnen halten nicht überall

Wegen des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Barack Obama kommt es zwischen Sonntag und Montag auch im Bus- und Bahnverkehr der Üstra zu Einschränkungen. Ein Überblick:

- Buslinie 128 und 134: Sonntag und am Montag bis etwa 15 Uhr fahren die Busse in Fahrtrichtung Hauptbahnhof die Haltestellen Hannover-Congress-Centrum und Zoo nicht an. Am Sonntag umfahren die Busse wegen der Sperrung das Zoo-Viertel ganztägig. Sie fahren von der Königstraße ohne Halt zum Braunschweiger Platz und umgekehrt.

- Buslinie 136: Am Sonntag und Montag fahren die Busse von der Haltenhoffstraße bis zur Culemeyertrift, ohne an den Haltestellen dazwischen anzuhalten.
- Stadtbahnlinien 4 und 5: Die Bahnen halten zwischen Sonntag, 10 Uhr, und Montag, 16 Uhr, nicht an den Stationen Schaumburgstraße und Herrenhäuser Gärten. Sie fahren von der Appelstraße ohne Halt zum Herrenhäuser Markt.
- Stadtbahnlinie 10: Wegen der Demonstrationen in der City verkehrt die Linie 10 von 10 bis 18 Uhr über die Tunnelstrecke zum Hauptbahnhof.
- Stadtbahnlinie 11: Am Sonntag fährt die Bahn nur zwischen Haltenhoffstraße und Freundallee. Die Haltestellen Clausewitzstraße, Hannover-Congress-Centrum und Zoo werden nicht angefahren.
- Stadtbahnlinie 17: Am Sonnabend fahren die Bahnen nur zwischen Glocksee/Betriebshof und Wallensteinstraße. Aegidientorplatz und Clevertor werden nicht angefahren.

Die Üstra weist darauf hin, dass kurzzeitig Straßen von der Polizei gesperrt werden können. Das kann auch den Ablauf des Bus- und Bahnverkehrs beeinflussen.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok

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