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Geflüchtet. Geblieben. Geschafft.

Diesen charmant-schnarrenden Akzent hat er nie abgelegt, auch nicht nach fast 60 Jahren in Deutschland. Wenn André Spolvint anfängt zu sprechen, überlegt er erst kurz, lächelt dann meist und lässt den magyarischen Klang in seine Worte einfließen. Der 78-jährige Fotograf sitzt im Café im Linden vor seinem doppelten Espresso, dreht sich eine Zigarette und lässt die Erinnerung an eine dunkle Zeit Revue passieren, als die Sowjets seine ungarische Heimat besetzt hatten.

Gelüchtet. Geblieben. Geschafft.

„Flüchtlinge wird es immer geben. Die, die jetzt kommen, werden in 20 oder 30 Jahren zur Normalität – so wie wir. Uns hat man ja auch jahrelang als Russen beschimpft.“ Manfred Nitz und Brigitte Nitz haben überhaupt kein Verständnis für Menschen, die Flüchtlingsheime anstecken – oder auch nur Flüchtlinge ablehnen, allein, weil es Flüchtlinge sind. Wer seine Heimat verlassen muss, habe es schwer genug, meint der 82-jährige Nitz auf seiner Terrasse im Barsinghausener Ortsteil Kirchdorf – und schüttelt den Kopf über „Neid und Missgunst in den Köpfen anderer Menschen“. Manfred Nitz weiß nämlich, wie man sich fühlt, wenn man alles verloren hat – und dann als Flüchtling wie Dreck behandelt wird. „Die Flucht“, sagt Nitz, „die formt einen fürs Leben.“

Geflüchtet. Geblieben. Geschafft.

Nie hatte Peyman Javaher-Haghighi (51) den Wunsch verspürt, in einem anderen Land als seiner Heimat zu leben: „Es gab für mich nur den Iran als Ort zum Leben.“ 5554 Kilometer entfernt von seinem Heimatort Shiraz sitzt der 51-Jährige, als er diese Sätze spricht. Mitten im Multi-Kulti-Stadtteil Linden. Europa, Deutschland, Hannover, Linden. Eine andere Welt, eine andere Zeit. „Seit 31 Jahren ist Hannover schon meine Heimat“, erzählt Javaher-Haghighi weiter: „Manchmal kommt es halt doch anders als geplant.“

Geflüchtet. Geblieben. Geschafft.

Abdulrahman Afif (44) trägt viel Leid auf seinen Schultern. Nicht immer steht am Ende eines langen Weges das ganz große Glück. Afif weiß das nur zu gut. Aber manchmal kann Glück auch bedeuten, dass etwas nicht mehr ganz so schlimm ist wie vorher. Auch das weiß der 44-Jährige.

Geflüchtet. Geblieben. Geschafft.

Er wollte weg, nur raus, er wollte hinter dieser Mauer „nicht verschimmeln“. Viermal hatte Andreas Georg Hoge seine Entlassung aus der DDR-Staatsbürgerschaft und eine Ausreise nach Westberlin beantragt. In einer Vernehmung – so ist es in seinen Stasi-Unterlagen nachzulesen – machte er seine Position klar: „Mein einziger Wunsch an die DDR-Behörden ist es, mich endlich dort leben zu lassen, wo ich es will.“ Doch was soll man schon machen, wenn diesem Wunsch keiner nachkommen will?

Geflüchtet. Geblieben. Geschafft.

So schlimm wird es schon nicht werden. So lange wird es nicht dauern. Irgendwann wird er zurück können – mit seiner Frau Edina und seinem damals zwei Jahre alten Sohn Edin. Fuad Ahmetovic zuckt mit seinen Schultern, wenn er von 1992 erzählt, vom Beginn des Krieges in Bosnien. So als wollte er mit dieser Geste sagen: „Wie konnte ich das nur denken?“

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