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LOKAL-PATRIOTEN: Mit Leibnizkeksen bewaffnet demonstrierten Rainer Könnecke alias Geheimrat Leibniz und Matthias Brodowy den Gästen ihre Liebe zur Stadt Hannover.

LOKAL-PATRIOTEN: Mit Leibnizkeksen bewaffnet demonstrierten Rainer Könnecke alias Geheimrat Leibniz und Matthias Brodowy den Gästen ihre Liebe zur Stadt Hannover.© Frank Wilde

Stadtpark

Ein Rendezvous mit Zeitreise

Mit Schirm, Charme – und Zylinder: Beim NP-Rendezvous im Stadtpark gab es Sonntag neben zuweilen hartnäckigen Schauern eine vergnügliche modische Zeitreise in die Vergangenheit. Rund 3000 Besucher hatten Spaß.

Hannover. Verantwortlich für den stilvollen Blick ins 19. Jahrhundert war das Hannöversche Traditionscorps. „Wir stellen verschiedene Personen dar“, erklärte der Vorsitzende, der keinen geringeren Vornamen trägt als: Ernst August. Da störte es auch niemanden, dass dem Namen noch zwei weitere vorangehen. So heißt der Vorsitzende tatsächlich Reinhold Joseph Ernst August Fischer. Das sorgte in erster Linie beim Publikum für Begeisterung – und machte den Auftritt in Husarenuniform nur noch authentischer.

Als der Traditionscorps dann die historischen Kostüme aus der Zeit um 1866 präsentierte und sich Hofdamen und Prinzessinnen verneigten, wurden schnell diese neumodischen Fotoapparate gezückt. Zuschauerin Gabi Meier (75) ist überzeugt: „So schöne Kostüme habe ich noch nie gesehen.“ Und es hat Klick gemacht.

Dass dann noch der Geheimrat Leibniz zur Feier seines eigenen 300. Todestages auf die Bühne kam, begeisterte das Publikum restlos. Wo kann man schließlich sonst barocke Tanzschritte von einem Genie lernen? Neckisch stellte Rainer Könnecke – alias Leibniz – fest: „Der Grund, weshalb man tanzt, ist schlicht: Man darf das andere Geschlecht berühren.“ So viel hat sich im Laufe der Jahrhunderte also offenbar doch nicht geändert.

Mit seinen Anekdoten über die Stadt zog er das Publikum in seinen Bann. Doch damit war er nicht allein: Kabarettist Matthias Brodowy sang sich mit seiner Liebeserklärung „Stadt mit Keks“ in die Herzen der Hannoveraner. Immerhin schien nach seinem Ständchen sogar die Sonne.

Es gab aber noch eine ganz andere Reise in die Vergangenheit. Der Soziologe Oskar Negt und der Theologe Hans Werner Dannowski sprachen anlässlich der Flüchtlingsdebatte über ihre eigene Flucht aus Ostpreußen. „Mein persönliches Überleben liegt daran, dass ich mit meinen beiden Schwestern geflohen bin“, stellte Negt fest. Die Familie mache die schwierige Situation leichter. Er kritisierte damit den politischen Umgang mit dem Familiennachzug.

Darüber hinaus appellierte er auch an die Gesellschaft: „Wir sind verpflichtet, die Flüchtlinge aufzunehmen und nicht auszugrenzen.“ Dafür erntete er vom Publikum großen Applaus. Ein Sonntag, der die Menschen in vielerlei Hinsicht bewegte.


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