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Jürgen Kuri von der c´t.

Jürgen Kuri im Interview

"Die CeBIT ist stark unter Druck"

Jürgen Kuri ist stellvertretender Chefredakteur von „c’t“, einer Computer-Fachzeitschrift aus Hannover. Im Interview spricht der Experte über die Bedeutung der CeBIT und die Zukunftsfähigkeit der IT-Messe.

Von Fabian Mast

Was sind die Highlights der CeBIT?

Das ist schwierig zu sagen. Mobiles Internet und Cloud Computing gehören sicherlich dazu. Beide Themen gehören zusammen: Daten stehen zukünftig immer und überall zur Verfügung. So wird man in Zukunft mit seinem Telefon von der Wohnzimmercouch aus seine Dokumente bearbeiten können. Software und Daten sind im Netz abgelegt, eine Festplatte ist nicht mehr nötig. Wir erleben das Ende des PCs, zumindest in der Form, wie wir ihn kennen.

Persönliche Unterlagen werden dann irgendwo im Netz gespeichert sein – haben Sie nicht Angst um die Sicherheit der Daten?

Richtig, man vertraut einem Anwender – beispielsweise Google –, den man nicht kennt. Und wenn da jemand Mist baut, sind wichtige Daten verloren. Im Netz kann man eigentlich nicht paranoid genug sein. Andererseits ist das Ganze sehr praktisch: Wenn man mit dem iPad von der Terrasse aus seine Steuererklärung macht, ist die Arbeit nicht mehr ganz so schlimm.

Die Ausstellerzahlen der CeBIT sinken wohl weiter – ist die Messe zukunftsfähig?

Die CeBIT ist stark unter Druck. Einerseits wird sie von der Wirtschaftskrise getroffen, andererseits ist die Sinnhaftigkeit einer solchen Messe ohnehin fraglich. Ich sage: Die CeBIT macht Sinn. Wer sie besucht, stolpert über Dinge, über die er vorher vielleicht nicht nachgedacht hat. Die CeBIT wird es sicher auch in den nächsten Jahren geben – auf zehn Jahre möchte ich mich aber nicht festlegen. Wichtig ist, dass die Messe immer zeigt, was all die Dinge für den Endkunden bedeuten.

Zuletzt hatte die Deutsche Messe eher Fachbesucher als Endkunden zur Zielgruppe ...

Die CeBIT schießt sich damit selber ins Knie. So eine Messe funktioniert nur, wenn sie sich auch an Endkunden richtet. Mir graut es immer, wenn die Messe sagt, sie wolle nur Fachpublikum. Denken Sie an mittelständische Besucher: Die lassen Frau und Kinder zu Hause, obwohl es auch für sie genug zu sehen gibt auf der CeBIT. Auch IT-Entscheider haben zu Hause Multimedia stehen und interessieren sich für entsprechende Geräte. Es ist eine Gratwanderung zwischen Consumer- und Fachmesse.

Die Ausstellerzahlen gehen weiter zurück, wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Wenn ein paar Firmen aus Taiwan wegbleiben, schadet das nicht. Wichtig sind die großen Namen. Ich denke schon, dass die wichtigsten aus der Branche da sind – die Deutsche Messe hat da einen guten Job gemacht. Die Branchenvertreter sind optimistisch und hoffen auf neue Impulse durch die CeBIT.

Spanien als Partnerland – eine gute Wahl?

Nicht schlecht. Es gibt gute Kontakte zwischen deutscher und spanischer IT-Szene. Und Spanien ist das Einfallstor zu Lateinamerika, ein riesiger Markt.

Was halten Sie von der integrierten Musikmesse „CeBIT Sounds!“?

Ein sehr interessantes Projekt. Ich bin optimistisch, weil die Organisatoren Ahnung haben von der Branche, etwa Mousse T. oder Henning Wehland von den Söhnen Mannheims. Die Musikindustrie ist ein Beispiel dafür, wie man den digitalen Wandel fast verpennt. Auf der CeBIT geht es um die Frage „Wie kann es weitergehen?“ Ich kann nur hoffen, dass „CeBIT Sounds!“ funktioniert.

Mal angenommen, Sie wären der CeBIT-Organisator: Was würden Sie anders machen?

Ich hätte die Messe nicht so früh gemacht. Im März haben wir immer schlechtes Wetter – das schlägt auf die Stimmung. Ich würde sie lieber im Mai veranstalten.


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