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Geht es nach den Anwohnern in Limmer, soll sich die Dichte der künftigen Wohnbebauung in Grenzen halten.

Geht es nach den Anwohnern in Limmer, soll sich die Dichte der künftigen Wohnbebauung in Grenzen halten.© Schwarzenberger

Limmer

Wie geht es weiter bei der Wasserstadt?

Bei der Wasserstadt gibt es keine Annäherung zwischen Limmeranern und Investoren: Die Zahl der Wohnungen ist noch immer strittig. Die Bürgerbeteiligung geht indes weiter.

Hannover. Der fünfte Werkstatttermin zum Baugebiet „Wasserstadt Limmer“ hatte eine Aufgabe im Beteiligungsprozess: Weichen stellen. Die gut 100 Teilnehmer im Freizeitheim Linden gaben ihrem Forderungskatalog den letzten Schliff. Für deren Prüfung die Stadt nun einen Monat Zeit hat. Wichtig war die Planwerkstatt aber auch, weil es um maßgebliche Zahlen ging. Wie viele Wohnungen soll das Baugebiet haben, wie viele Menschen sollen dort leben? In dieser Frage klafft die Schere zwischen Anwohnermeinung und Investorenplänen noch immer weit auseinander.

Im vorigen Jahr ging ein empörter Aufschrei durch den Stadtteil, als die Entwicklungsgesellschaft „Wasserstadt Limmer“ und die Stadtverwaltung ihre neue Rahmenplanung mit 2000 Wohneinheiten für bis zu 5000 Bewohner präsentierten. Die vor Jahren beschlossene lockere Bebauung mit rund 600 Einfamilien- und Reihenhäusern war von der Entwicklung auf dem hannoverschen Wohnungsmarkt überrollt worden. „Es gibt in der Stadt eine gesteigerte Nachfrage nach Geschosswohnungsbau“, betonte Wasserstadt-Geschäftsführer Bernd Hermann nun erneut. Eine „elitäre Siedlung“ für wenige Bewohner sei nicht zeitgemäß. Hermann, der die Dispute zur Wohnbebauung rege verfolgte, verteidigte die 2014 vorgelegten Planziele: Auf einer Fläche wie der ehemaligen Conti-Brache seien aus Investorensicht 1500 bis 2000 Wohneinheiten wirtschaftlich - auch deshalb, damit sich etwa die Ansiedlung von Verbrauchermärkten und Gewerbe lohne.

Thomas Berus von der Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt Limmer nannte ein anderes Ziel. „1000 Wohneinheiten für bis zu 2300 Bewohner“, fasste er die Vorstellungen seiner Gruppe zusammen. Nach wie vor können sich viele der knapp 6000 Limmeraner nicht vorstellen, dass sich die Bewohnerzahl ihres Stadtteils auf einen Schlag fast verdoppeln soll. Das sah auch der seit Jahren in Limmer engagierte Arbeitskreis Stadtteilentwicklung so. Und das sah auch die Mehrzahl der Werkstatt-Teilnehmer so, als die Moderatoren vom Büro Plan Zwei sie befragten. Mehr als 1000 Wohneinheiten - zur Miete oder als Eigentum - soll es auf der Brache nicht geben. So lautete das Bürgervotum.

Daran änderte sich auch nichts mit dem Versuch von Moderator Klaus Habermann-Nieße, mit neuen Daten etwas Spannung aus der Debatte zu nehmen. „Je nach Angebotsmix bedeuten maximal 2100 Wohnungen eher bis zu 4000 Einwohner - und nicht 5000“, sagte er. Das ergebe sich unter anderem aus dem Plan, die Brache überwiegend mit Mehrfamilienhäusern zu bebauen. Die Moderatoren warfen auch die Frage auf, wie hoch der Anteil an gefördertem Wohnraum sein sollte. „20 bis 30 Prozent können es sein“, antwortete Karsten Klaus, Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GBH. Die will in Limmer bauen, ebenso der Spar- und Bauverein, kleinere Baugruppen wie das Projekt „Jung und Alt am Wasser“ (JAWA) und die Wasserstadt-Gesellschaft selbst.

Viele Ideen haben die Bürger in den vergangenen Veranstaltungen zusammengetragen. Inbegriffen Faktoren wie Wohnraum und Baustile, Gemeinschaftsflächen oder Verkehrsanbindung. Sie werden nun nach ihrer Wichtigkeit geordnet und an die Stadt übergeben.

Weitere Termine: Die Verwaltung wird sich in der nächsten Veranstaltung am Dienstag, 14. April, ab 18 Uhr im Freizeitheim Linden an der Windheimstraße 4 zu den Ergebnissen der Workshops äußern. „Die Bürgerbeteiligung geht dann noch weiter“, kündigte Baudezernent Uwe Bodemann überraschend an. Im Mai soll es noch eine Versammlung geben, um letzte Fragen zu klären. Ort und Termin würden noch bekanntgegeben, sagte der Dezernent.

Von Marcel Schwarzenberger


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