Navigation:
In der Projektwoche zum Thema regenerative Energien haben die Schüler der IGS Mühlenberg ein Windrad besichtigt.

In der Projektwoche zum Thema regenerative Energien haben die Schüler der IGS Mühlenberg ein Windrad besichtigt.© dpa (Symbolbild)

Mühlenberg

Schüler entwickeln Zukunft ohne fossile Energien

„Hannover im Jahre 2050 – hundert Prozent erneuerbare Energien“ - zu diesem Thema haben Schüler der IGS Mühlenberg zusammen mit dem Unternehmen Windwärts aus Linden-Süd Ideen entwickelt und Lösungsansätze debattiert.

Mühlenberg. Das hat man davon, wenn man Schüler ermuntert, ohne Schranken zu denken. „Wir bauen Solaranlagen auf fernen Planeten und senden die gewonnene Energie per Funk zur Erde“, erklärte ein Schüler bei der Präsentation der Ergebnisse des Projekts „Hannover im Jahre 2050 – hundert Prozent erneuerbare Energien“.

Eine Woche lang hatten sich 24 Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mühlenberg gemeinsam mit dem Unternehmen Windwärts aus Linden-Süd Gedanken gemacht, wie die Menschheit eine Zukunft ohne fossile Energien bewältigen kann. Dafür besichtigten sie unter anderem ein Windrad am Kronsberg. Das Ergebnis: Ein bisschen Science Fiction, viele spannende Ansätze – und die Erkenntnis, dass die Erforschung von regenerativen Energien ohne Alternative ist. „Fossile Energien stehen ja bald nicht mehr zur Verfügung“, bemerkte ein Schüler ganz lapidar.

Um das große Thema bewältigen zu können, hatte sich die Klasse in vier Gruppen geteilt: eine „Pressegruppe“, die die Arbeit begleitete und dokumentierte; eine Gruppe, die sich mit der Erzeugung regenerativer Energie befasste; eine Gruppe, die sich um die bestmögliche Nutzung der Ressourcen Gedanken machte – und eine sogenannte Non-Governmental-Organisation (NGO), welche die Ergebnisse der anderen Arbeitsgruppen bewertete und kritisierte. „Die intensive Beschäftigung mit dem Thema hat uns allen vor Augen geführt, wie entscheidend es ist, dass wir neue Wege in der Energieversorgung finden“, sagte der 15-jährige Philip Latzel aus der „Pressegruppe“. Da nicht weniger als das Schicksal der Menschheit davon abhänge, schlugen die Schüler vor, ein Schulfach einzuführen, das sich mit dem Thema beschäftigt.

Die Problematik scheint den Jugendlichen so drängend zu sein, dass sie weitere Gesetzesinitiativen und Fördermöglichkeiten fordern, um die Nutzung regenerativer Energien auszubauen. Nach der Vorstellung der Gesamtschüler sollen in vierzig Jahren Solaranlagen die Dächer aller Häuser bedecken; Neubauten sollen so ausgerichtet werden, dass eine möglichst große Fläche in optimalem Winkel nach Süden ausgerichtet ist. „Jeder soll mit Energieerzeugung Geld verdienen können“, sagt Latzel.

Pfiffige Ideen hatten die Schüler auch beim Thema Energieeffizienz zu bieten. „Unser Ziel war vor allem, dass die von den Einwohnern erzeugte Energie nicht verloren gehen darf“, erklärte ein Vertreter der entsprechenden Gruppe. Also überlegten sich die Jugendlichen, dass Wärmekollektoren in der Kleidung die Körperwärme umwandeln und in einem persönlichen Akku speichern könnte, den jeder Bürger mit sich trägt – und der vielseitig eingesetzt werden kann. Außerdem könnte man mit Sensoren und Generatoren, die ins Pflaster von belebten Fußgängerzonen eingelassen sind, die Bewegungsenergie der Passanten nutzen. Wer weiß, ob es in vierzig Jahren die dafür nötigen Technologien gibt.

Die Vertreter der Firma Windwärts, die ihre Räume, Einrichtungen und Fachleute für das Projekt zur Verfügung gestellt hatte, zeigten sich beeindruckt vom Ideenreichtum der Schulklasse – ebenso wie die Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube aus Linden-Limmer und Andreas Markurth aus Ricklingen sowie Gäste der Industrie- und Handelskammer und der Klimaschutzagentur. Markurth forderte die Schüler auf, ihre Ideen und Gedanken in die politischen Gremien zu tragen: „Politik funktioniert nicht von allein, sondern braucht immer den Anstoß von außen.“

Manche Schüler allerdings dachten in eine andere Richtung: Weil das Thema „erneuerbare Energien“ spannend und zukunftsweisend ist, wollen einige Zehntklässler die Arbeit in Betrieben wie Windwärts als Berufsperspektive ins Auge fassen. Das wiederum freute die Wirtschaftsinitiative „Jugend denkt Zukunft“, die das Planspiel organisiert hatte. „Das ist aktive Nachwuchsförderung wie man sie sich von Betrieben wünscht“, lobte auch Rainer-Jörg Grube.

Rüdiger Meise


Nächster Artikel
Voriger Artikel
Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Anzeige