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Ehemalige Conti-Verwaltung im HIntergrund: Dort zweigt die neue Erschließungsstraße von der Wunstorfer Straße ab. Derzeit ist Zufahrt noch gesperrt.

Ehemalige Conti-Verwaltung im HIntergrund: Dort zweigt die neue Erschließungsstraße von der Wunstorfer Straße ab. Derzeit ist Zufahrt noch gesperrt.© mas

Limmer

Politiker kritisieren Wasserstadt-Beirat

Die Stadtverwaltung will ein neues Gremium und eckt damit an - und auch der der Zeitplan für das Baugebiet steht in der Kritik.

Hannover. Die von der Stadt seit 2014 mit viel Aufwand vorangetriebene Bürgerbeteiligung zur Wasserstadt Limmer droht, durch gegensätzliche Positionen in eine Sackgasse zu geraten. Ein neuer Konflikt ist entstanden, weil die Verwaltung erst Ende Mai konkrete Zahlen zur Größe des neuen Wohngebiets nennen will - aber plant, schon vorher einen Beirat einzusetzen, dessen Mitspracherecht und Zusammensetzung noch unklar sind. Gegen dieses Gremium machen die Politiker im Bezirksrat Linden-Limmer und in der Sanierungskommission Limmer mobil. Alles spricht dafür, dass es in der nächsten Bürgerversammlung, wenn der Beirat gewählt werden soll, hoch hergehen wird.

Das will die Stadt: Der Termin für die Versammlung im Freizeitheim Linden ist der 12. Mai. Dann wird sich das städtische Baudezernat detailliert zu den Ideen und Forderungen aus der Bürgerbeteiligung äußern. Noch am gleichen Tag sollen Anwohner, Investoren und andere Institutionen Vertreter in den Beirat wählen - diesen nennt die Stadt nun „Runder Tisch Wasserstadt“. Das Gremium soll nicht öffentlich tagen, voraussichtlich keine Entscheidungsbefugnisse haben, aber sich zu den Projekten im ersten Bauabschnitt der Wasserstadt äußern. Mehr Details gibt es derzeit nicht.

Erschließung des Geländes geht voran

Der erste Bauabschnitt der Wasserstadt Limmer liegt im Osten und grenzt an das alte Limmer. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Bebauung auf Hochtouren. Um Platz für neue Häuser und Wege zu schaffen, muss der Stockhardtweg weichen. Noch im Frühjahr startet der Teilabriss des Straßenzugs. Ab der Kreuzung zur Sackmannstraße wird der nördliche Bereich verschwinden. Eine provisorische Ersatzstraße wurde jüngst bereits gebaut. Sie führt von der Wunstorfer Straße aus am einstigen Conti-Verwaltungshaus vorbei nach Norden. Über sie sind der Kanuclub Limmer und das Volksbad Limmer künftig zu erreichen. Zudem steht die Bodensanierung kurz vor dem Abschluss. Wegen der Belastung mit giftigen Rückständen aus der Reifenproduktion des früheren Conti-Werks musste Investor Günter Papenburg in den vergangenen Jahren kontaminierte Erdschichten beseitigen. Inzwischen ist der Baugrund vorbereitet. Nur im Bereich der ehemaligen Feuerwache und der Betriebskrankenkasse – die erst jüngst abgerissen wurden – laufen noch weitere Erdarbeiten.

In der Bürgerversammlung werden zudem erneut Wünsche zur Gestaltung des gesamten Areals gesammelt - sie fließen in den neuen Rahmenplan ein, der Richtlinien für das komplette Baugebiet absteckt. „Darin wird dann die Zahl der Wohneinheiten genannt“, kündigte Hans-Heiner Schlesier, Leiter des städtischen Sonderprogramms Wohnbauinitiative, jüngst in der Sanierungskommission Limmer an. Bis zum 27. Mai liege der Entwurf vor, ab Juni werde er von den politischen Gremien beraten. Parallel wird an einem Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt gearbeitet. Bis zum Sommer 2016 soll dieser rechtskräftig sein, damit die ersten Arbeiten starten können. Über den B-Plan werden die politischen Gremien und auch der Runde Tisch beraten. Im Sommer dieses Jahres soll es zudem zwei Bürgerversammlungen geben.

Das will die BI Wasserstadt: Die Bürgerinitiative (BI) sieht ein Neubaugebiet mit mehr als 1000 Wohneinheiten weiter kritisch. Nach der Ankündigung von Oberbürgermeister Stefan Schostok, deutlich mehr Wohnraum zu ermöglichen, fordert die BI nun konkrete Zahlen - die es bis zur nächsten Bürgerversammlung noch nicht geben wird. Die Stadt müsse schnell Klarheit schaffen, verlangt BI-Mitglied Thomas Berus. Dem Runden Tisch stehen er und seine Mitstreiter skeptisch gegenüber. „Aber unter bestimmten Bedingungen können wir uns eine Mitarbeit vorstellen“, sagt Uwe Staade von der BI. Das Gremium solle keine Entscheidungen fällen, sondern nur informell arbeiten. Auch die künftige Beteiligung der Bürger müsse klar verabredet werden: „Wir wollen am Planungsprozess teilhaben.“

Das wollen die Politiker: In der Bezirksratssitzung am 6. Mai werden die Politiker in einem interfraktionellen Antrag den Verzicht auf den Runden Tisch fordern. „Es ist völlig unklar, wer dazugehören wird“, begründet dies SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Er sehe die Gefahr, dass sich die Stadt ein ihr genehmes Gremium schaffe. Zudem bräuchte die Runde viel Zeit, um sich zu orientieren und die Arbeit aufzunehmen. Angesichts des straffen Zeitplans der Stadt blieben aber nur wenig Chancen zur Mitgestaltung. „In der Sanierungskommission gibt es bereits Bürgervertreter“, betont Geffers. Die Kommission solle daher die Aufgaben des Runden Tisches übernehmen.

Die Bezirksratsitzung beginnt am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4. Die Bürgerversammlung folgt dort am Dienstag, 12. Mai, um 18 Uhr.

mas


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