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Parkplätze sind knapp: Weil die Tiefgarage des Ihme-Zentrums gesperrt ist, wird es an der Blumenauer Straße eng. © Michael Thomas

Linden

Parkplatznot am Ihme-Zentrum

Nach dem Baustopp in dem Lindener Komplex wurde nun auch die Tiefgarage gesperrt – mit drastischen Folgen folgen für Anwohner, Stadtverwaltung und Stadtwerke.

Nach der überraschenden Sperrung der Tiefgarage im Ihme-Zentrum wissen mehr als 100 Anwohner nicht, wo sie künftig ihre Autos abstellen sollen. „Wir sind ratlos“, sagt Wohnungseigentümer Gerhard Baro, der täglich auf seinen Wagen angewiesen ist. „In den umliegenden Straßen gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten, und alle anderen Garagen im Umkreis von zwei Kilometern sind belegt.“ Auch die Stadtwerke und die Stadt, die 500 Stellplätze in den jetzt stillgelegten Parkdecks angemietet haben, sind von dem Problem betroffen. Der kommunale Energieversorger versucht nun, schnellstmöglich Ersatzflächen auf dem benachbarten Betriebsgelände für seine Mitarbeiter auszuweisen. Die Verwaltung sucht für ihre Angestellten sowie für Besucher der Behörden ebenfalls nach Alternativen.

Bereits am 19. Januar hatte Investor Carlyle einen Baustopp verhängt, im Anschluss wurde die Großbaustelle abgesichert. Doch erst am späten Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass aus Sicherheitsgründen auch der Betrieb der Tiefgarage eingestellt werden muss, weil die Brandschutzanlagen nicht vollständig fertiggestellt sind. „In Absprache mit der Feuerwehr konnten wir nicht länger warten“, erklärt Projektsteuerer Peter Klasen.

„Die Nachricht hat uns völlig unvorbereitet getroffen“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Bianca Bartels. „Weil bereits Feierabend war, konnten wir unsere Mitarbeiter am Donnerstag nicht mehr informieren.“ Dennoch blieb das befürchtete Parkplatzchaos rund um das Ihme-Zentrum am Freitagmorgen weitgehend aus. Bartels führt das darauf zurück, dass die Mitarbeiter durch einen HAZ-Bericht auf die Lage aufmerksam wurden und nach Möglichkeit auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umstiegen. Gleichwohl würden die 300 Parkflächen, die das Unternehmen im Ihme-Zentrum belegt hatte, weiterhin benötigt. „Wir versuchen, Ersatz am Lindener Heizkraftwerk und an unserer Betriebsstätte Glocksee bereitzustellen.“

Die Stadt will ihren 140 Mitarbeitern, die bisher im Ihme-Zentrum geparkt haben, eine Übergangslösung auf dem Berufsschulparkplatz Ohestraße (Calenberger Neustadt) anbieten. Weitere 60 Stellflächen im Ihme-Zentrum fallen weg, die für Publikums- und Anlieferverkehr vorgesehen waren. Dem Vernehmen nach müsste Carlyle für Zusatzkosten aufkommen, die den Mietern durch den Baustopp entstehen. Stadtwerke und Stadt erklärten, sie würden ihre Rechte als Mieter prüfen. Nach der Stilllegung der Stellplätze würden keine Gebühren mehr erhoben, versicherte die Firma, die die Garage für Carlyle verwaltet. Die Mietverträge seien kurzfristig kündbar. Carlyle-Sprecher Jorg Keller wollte sich zur aktuellen Situation nicht äußern.

Die Anwohner wurden aufgefordert, mit ihren Autos die Parkdecks zu verlassen. Am Freitag ließen sich aber einige von der verschlossenen Zufahrtsschranke nicht abhalten und fuhren über die Garagenausfahrt hinein. „Die Tiefgarage war doch fast fertig saniert“, wundert sich Gerhard Baro. Nach Auskunft von Projektsteuerer Klasen würde es aber noch etwa 250 000 Euro kosten, um sie verkehrssicher zu machen. „Wenn der Investor nichts tut, muss uns eben die Stadt helfen“, fordert Baro.

von Juliane Kaune und Marina Kormbaki


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