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Engagiertes Team: Die Schüler der IGS Linden haben den Imagefilm gedreht.

Engagiertes Team: Die Schüler der IGS Linden haben den Imagefilm gedreht.

Linden-Nord

Lindener spenden für Wahrzeichen

Im September 2016 könnte im Kulturzentrum Faust eine neue Ära beginnen: Zum Tag des offenen Denkmals soll nach Jahrzehnten des Verfalls das historische Kesselhaus wieder öffnen. 

Hannover. Dafür braucht die eigens gegründete Kesselhaus-Initiative aber noch viel Geld - rund 80 000 Euro. Seit Anfang dieses Jahres sucht sie Unterstützer. Nun geht die Kampagne mit einer Ausstellung und Imagefilmen in eine neue Runde. Auch Jugendliche der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden engagieren sich für das Projekt.

„Der letzte Zeuge“ ist der Titel der Ausstellung im Lindener Rathaus. Bei der Eröffnung waren jüngst auch Schüler des zwölften Jahrgangs der IGS dabei. In einer Projektwoche haben sie in nur vier Tagen zwei Filme über die alte Kesselanlage produziert, in denen Interviews, zeitgenössische Fotos und Szenen aus dem Gebäude zu sehen sind. „Wir wollten das Thema unbedingt bearbeiten“, erklärt Jean Meisborn. Die historische Kesselanlage gehöre zur Vielfalt Lindens, finden die acht Schüler. Eine Filmszene ist mit einer Stimme aus dem Off unterlegt: „Das Wissen über die industrielle Revolution nimmt in rasantem Tempo ab.“ Um dem entgegenzuwirken, sei die Rettung des Kesselhauses das beste Beispiel, meinen die Jungfilmer. Walther Engel, einst IGS-Oberstufenleiter und Mitglied der Kesselhaus-Initiative, lobt die Schüler: „Sie haben mit Begeisterung mitgemacht.“ Die Filme sollen helfen, Spenden einzuwerben.

Ebenso wie die Ausstellung. Sie zeigt Fotos aus einer Zeit, als Linden tatsächlich noch Industriestandort war. Mit Panoramen aus den Zwanzigerjahren, auf denen die Wohnquartiere von einem Wald aus Schornsteinen überragt wurden. Übrig geblieben sind davon nur noch Schornstein und Kesselhaus der früheren Bettfedernfabrik Werner & Ehlers, die einst das Zentrum einer weltumspannenden Kette aus Federlieferanten war. Aus der 1989 geschlossenen Fabrik wurde später das Kulturzentrum Faust. Dessen Trägerverein, die Faust-Stiftung, der Verein Netzwerk Archive Linden-Limmer und mehrere Lindener haben sich zur Initiative für das Kesselhaus zusammengeschlossen.

Es ist das letzte Gebäude, das auf dem Faust-Gelände nicht benutzbar ist. Betreten darf man es wegen der maroden Anlagen und einer dicken Schicht Taubenkot nur im Schutzanzug. Plan der Initiative ist es, das Bauwerk samt historischem Kessel aus dem Jahr 1927 für Veranstaltungen und neue Angebote zu öffnen. Eine erste Grundsanierung ist mit bis zu 230 000 Euro veranschlagt. Die 80 000 Euro, die bis 2016 gesammelt werden sollen, sind der nötige Eigenanteil der Initiative. Die EU, der Bund oder die Landesdenkmalpflege sollen den Löwenanteil übernehmen.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Rund 7000 Euro hat die Kesselhaus-Initiative bisher eingenommen. Ein Lindener Geschäftsmann, der ungenannt bleiben möchte, spendierte allein 4000 Euro. Seit Januar werden Spenden-Zertifikate mit Ansichten der alten Fabrik im Wert von zehn bis 100 Euro im Faust-Büro und verschiedenen Lindener Geschäften verkauft. „Es gibt viele Kleinspender“, sagt Faust-Geschäftsführer Hans-Michael Krüger. Das Architektenbüro agsta wiederum schenkt wichtige Planungsleistungen. „Das kann bis zu zehn Prozent der Baukosten ausmachen“, erklärt Peter Hofmann-Schoenborn von der Faust-Stiftung erfreut. Zudem setzen sich hannoversche Politiker beim Bundeskulturministerium für eine Förderung ein.

Die Ausstellung im Rathaus, Lindener Marktplatz 1, ist bis zum 30. Mai im Foyer zu sehen. Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 8-18 Uhr, mittwochs von 8-12 Uhr, dienstags und freitags von 8-14 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Filme sind unter www.linden-kesselhaus.de abrufbar.


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