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Hannover, 25.04.2015: Fanfarenzug Linden auf dem Lindener Marktplatz.

Hannover, 25.04.2015: Fanfarenzug Linden auf dem Lindener Marktplatz. © Jan Philipp Eberstein

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Linden

Ein ganzer Stadtteil feiert

Zum 900-jährigen Jubiläum Lindens gibt es ab dem 3. Mai eine große Party auf dem Marktplatz – und drei Tage Programm.

Hannover. Unzählige Auftritte hat der Fanfarenzug Alt-Linden von 1964 schon hinter sich. Aber dieser ist etwas ganz Besonderes: Mit Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube werden die 25 Musiker und Tänzer am Sonntag, 3. Mai, in ihren blauen Uniformen auf dem Lindener Marktplatz die wohl größte Open-Air-Party eröffnen, die es seit Jahren in Linden gegeben hat: Der Stadtteil feiert am ersten Mai-Wochenende seinen 900. Geburtstag. Und zwar gleich drei Tage lang.

„Dass wir dieses Fest eröffnen dürfen, ist eine große Ehre“, sagt Erwin Dudek, Pressewart des Fanfarenzugs. „Wir sind schon sehr gespannt.“ Auf der Bühne vor dem Rathaus werden am Sonntag ab 11 Uhr ein Dutzend Bands und Tanzgruppen auftreten. Rund um den zentralen Platz gibt es rund 80 weitere Aktionen und Infostände. Hinzu kommt ein verkaufsoffener Sonntag in Linden-Mitte, Linden-Nord und Linden-Süd - eine Premiere. „Wir feiern an diesem Tag ein großes Familienfest“, sagt Grube. Und: „Ich bin stolz, dass Linden das hingekriegt hat.“

Er und seine Mitstreiter haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen im Juli 2014 - mit einem Treffen im Freizeitheim Linden, bei dem gut 60 Interessierte aus Vereinen, Initiativen und Gruppen dabei waren. Inzwischen sind etliche Engagierte dazugekommen, haben Projekte konzipiert und Ideen eingebracht. Ergebnis: Etwa 180 Veranstaltungen stehen im Laufe des gesamten Jubiläumsjahres im Terminkalender. Freizeitheim-Leiterin Silke van Laak behält den organisatorischen Überblick - und der Bezirksbürgermeister ist in Sachen Linden-Jubiläum zum „Ansprechpartner für alles“ geworden.

Viel Musik: Das Marktplatz-Fest am 3. Mai ist der bisherige Höhepunkt. „Von 11 bis 22 Uhr ist dort volles Programm“, kündigt Grube an. „Wir haben darauf geachtet, vor allem Gruppen mit einem Bezug zu Linden auf die Bühne zu holen.“ Stargäste sind ab 20.15 Uhr die Swing-Experten Juliano Rossi (der mal in Linden gewohnt hat) und Lutz Krajenski. Ab 18.30 Uhr steht die 13-köpfige SpVgg Linden-Nord mit Coverversionen von Paul Kuhn über Howard Carpendale bis zu DDR-Schlagern auf der Bühne.

Spannende Geschichte: Das Lindener Rathaus und das Lernzentrum der Volkshochschule sind der richtige Ort für alle, die etwas tiefer in die Geschichte einsteigen wollen. Jonny Peter vom Verein Quartier lädt zum historischen Quiz ein - und versucht die Frage zu klären, was genau anno 1115 passierte, als Graf Wittekind von Schwalenberg bei einem Gewitter Schutz unter einer Linde fand und auf dem fruchtbaren Boden sodann ein Dorf gründete, das den Namen des Baumes trug. Für alle, die ganz genau wissen wollen, wie daraus 1885 die Stadt Linden und 1920 dann ein Stadtteil von Hannover wurde, ist Walter Buschmann angereist. Der Architekt, der heute in Köln lebt, hat 1981 ein Standardwerk über die Historie Lindens verfasst, das 2012 neu aufgelegt wurde. Er nimmt am 3. Mai ab 9.30 Uhr alle Interessierten mit auf einen Rundgang durch den Stadtteil, der am Rathaus beginnt. Durchhaltevermögen ist gefragt: Die Tour dauert vier Stunden. Schon am Sonnabend, 2. Mai, stellt Buschmann im Wechsel mit Bauhistoriker Sid Auffarth wissenswerte Geschichte(n) vor - ab 14 Uhr im Saal der Kneipe Gig.

Flashmob mit Luftgitarren

Auch die HAZ-Redaktion beteiligt sich am Sonntag beim Fest auf dem Lindener Markt. So wurde die aktuelle niedersächsische Luftgitarrenmeisterin Marie von Borstel für eine Geburtstagsperformance eingeladen. Als Chuck Airy Glitter ruft sie um 18 Uhr zu einem Luftgitarrenflashmob auf. Unter dem Motto „Linden rockt“ sollen die Besucher zu „Happy Birthday“ in einer Heavy-Metal-Version ihre Fingerfertigkeiten und Ausdrucksstärke beweisen – die HAZ spendiert dazu aufblasbare Gitarren. Ein kurzweiliger Geburtstagsgruß für einen kurzweiligen Stadtteil.

Mehr Programm: Am Freitag, 1. Mai, geht es ab 11 Uhr rund beim Radrennen auf dem Lindener Berg. Um 14 Uhr lädt das Kulturzentrum Faust in Linden-Nord zum internationalen Fest ein. Cineasten können am 2. Mai im Gig-Saal einen Filmabend genießen: Um 19 Uhr geht das Medienhaus-Projekt „Lindenlied 2.0“ online, in dem Lindener ihren Stadtteil schildern. Danach folgt die Premiere von sechs Linden-Kurzfilmen der Medienwerkstatt.

Die Feier zum Jubiläumswochenende wird von vielen Spendern und Sponsoren finanziert - auch mit Unterstützung der Mediengruppe Madsack. 7000 Euro gibt der Bezirksrat Linden-Limmer dazu. Und dies, sagt Grube, sei eine politische Mehrheitsentscheidung gewesen, die keiner Diskussion bedurfte.

Das ausführliche Festprogramm ist unter www.900JahreLinden.de zu finden.

jan


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