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Interessiert: Zur Bezirksratssitzung kamen 200 Anwohner – viele befürchten, dass hohe Kosten auf sie zukommen.

Interessiert: Zur Bezirksratssitzung kamen 200 Anwohner – viele befürchten, dass hohe Kosten auf sie zukommen.© Tim Schaarschmidt

Oberricklingen/Ricklingen

Anwohner zahlen für Straßensanierung

Die Stadt plant ein Sanierungsprogramm für zahlreiche Straßen, an dessen Kosten sich die Anwohner mit bis zu 75 Prozent beteiligen sollen. Am 21. Mai, spätestens aber in seiner Junisitzung wird der Bezirksrat über die Straßenliste entscheiden.

Hannover. Der Obere Saal im Freizeitheim reicht meist für die kleine Besucherschar zu den Sitzungen des Bezirksrats Ricklingen. Nicht so vorige Woche: Bezirksbürgermeister Andreas Markurth begann die Veranstaltung als Platzanweiser, weil sich die Zuhörer auch vor den Türen drängten. Mit rund 200 Anliegern von sechs zur Grundsanierung vorgesehenen Straßenzügen platzte der Raum aus allen Nähten. Die Grundstückseigentümer wollten wissen, was die Sanierungspläne der Stadt für sie bedeuten. Immerhin müssen sie über die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) zwischen 40 und 75 Prozent der Kosten übernehmen. Am 21. Mai, spätestens aber in seiner Junisitzung wird der Bezirksrat über die Straßenliste entscheiden. Die jüngste Sitzung nutzte Tiefbauamtsleiter Andreas Bode zunächst zur Information.

Heinrich-Meister-Allee: Die Straße in Ricklingen wird in gesamter Länge saniert. Weil der Untergrund in Ordnung ist, bekommt die Fahrbahn nur eine frische Asphaltdecke. Das bleibt die Ausnahme. Alle übrigen Straßen - sie liegen sämtlich in Oberricklingen - werden wegen Schäden auch im Untergrund erneuert. Die Gehwege der Allee werden neu gepflastert. Unterm Strich kosten die Arbeiten 300 000 Euro.

Barsinghäuser Straße: Saniert wird von der Springer Straße bis zum Wendehammer; vorgesehen sind eine Asphaltdecke für die Straße und Platten für die Gehwege. Vor den Einfahrten zu den Grundstücken werden die Bordsteine abgesenkt. Das alles kostet 420 000 Euro.

Gehrdener Straße: Saniert wird zwischen Munzeler und Springer Straße für 360 000 Euro. Die Maßnahmen entsprechen denen in der Barsinghäuser Straße. Wegen einer früheren Straßenbaustelle sollen dort entstandene Kosten noch verrechnet werden - die neuen Baukosten verringern sich dadurch etwas. Das bedeutet auch weniger Strabs-Gebühren.

Ronnenberger Straße: Geplant ist eine Sanierung in kompletter Länge mit neuem Asphalt und neuen Gehwegplatten wie bei den übrigen Straßen. Die Kosten betragen 410 000 Euro.

Springer Straße: Saniert wird von der Barsinghäuser Straße bis zum nördlichen Ende. Die Springer Straße kam im vorigen Jahr auf Antrag der CDU-Fraktion auf die Prüfliste der Stadt - seinerzeit geschah das aus Protest gegen das Sanierungsprogramm der rot-grünen Mehrheit im Rat der Stadt. Ricklingens Bezirksbürgermeister Markurth (SPD) und sein Grünen-Stellvertreter Michael Dette wohnen an der Straße. Der Umbau erfolgt wie bei den übrigen Straßen, zudem verschwindet der Radweg zugunsten eines breiteren Grünstreifens. Die Route gehört zur Tempo-30-Zone; ein Radweg ist aus Sicht der Stadt unnötig.

Wennigser Straße: Sanieren will die Stadt hier in ganzer Länge mit den gleichen Materialien wie bei den anderen Straßen. Kostenpunkt: 410 000 Euro.

Tiefbauamtsleiter Bode zeigte im Bezirksrat Gutachten und Bohrkernanalysen, er legte Bilder von Rissen, Flickwerk und schadhaften Gossen vor wie Beweisfotos von einem Tatort. Die Oberricklinger Straßen seien ab 1954 entstanden, erklärte er. „Dabei wurde unter anderem Trümmerschutt eingebaut.“ Aus Altersgründen müsse die Stadt jetzt runderneuern. Anfang 2016 soll es losgehen. Die Bauarbeiten dauern je Baustelle zwischen drei und sechs Monate. Die Zufahrt zu den Grundstücken werde garantiert, sagte Bode.

Anwohner Matthias Arend, der einst für die CDU im Bezirksrat saß, ärgerte sich über verschleppte Reparaturen. „Der Bezirksrat hatte vor gut zehn Jahren beantragt, dass die Bordsteine in der Barsinghäuser Straße repariert werden“, sagte er. Passiert sei nichts - die dafür anfallenden Kosten müssten nun die Anlieger über die Strabs mittragen. Auch Manfred Baran wohnt an der Straße. Im Zuge der Bauarbeiten für den Hochbahnsteig Am Sauerwinkel hätten die Baufirmen Material und Gerät an der Barsinghäuser Straße gelagert. „Dabei wurde auch die Fahrbahn beschädigt“, klagte er. Baran wollte wissen, ob denn nicht die Firmen zunächst für diese Schäden aufkommen müssten, bevor die Anwohner belastet würden. Und Nachbarn schoben die Befürchtung nach, dass in naher Zukunft wieder Baufahrzeuge über die frisch sanierten Straßen rollen. Nämlich dann, wenn die Munzeler Straße - ganz am Ende des Wohnviertels gelegen und noch nicht im Programm - an der Reihe sein sollte. Antworten darauf hatte Bode nicht.


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