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Platten mit Psalm 121: Arbeiter verkleiden den Empfangsbereich der Kirche.

Platten mit Psalm 121: Arbeiter verkleiden den Empfangsbereich der Kirche.© Frank Wilde

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Vahrenwald

Videokamera überträgt Gottesdienste

Die Kirchengemeinde Vahrenwald feiert in diesem Jahr zwei Wiederauferstehungen: Wenige Wochen nach Ostern wird am kommenden Sonntag die neue Kirche an der Vahrenwalder Straße eingeweiht. Die Gemeinde von Pastor Eckhard Gruber erhält an der alten Adresse eine neue Heimat und neue Mitbewohner. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG), eine Gruppe von 140 frommen Christen, zieht in den neuen „Evangelischen Treffpunkt“.

Vahrenwald. Vahrenwald. Die Kirchengemeinde Vahrenwald feiert in diesem Jahr zwei Wiederauferstehungen: Wenige Wochen nach Ostern wird am kommenden Sonntag die neue Kirche an der Vahrenwalder Straße eingeweiht. Die Gemeinde von Pastor Eckhard Gruber erhält an der alten Adresse eine neue Heimat und neue Mitbewohner. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG), eine Gruppe von 140 frommen Christen, zieht in den neuen „Evangelischen Treffpunkt“.

Für Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann wird die Messe am Sonntag um 10 Uhr ein besonders erfreuliches Ereignis, denn neue Gotteshäuser weiht sie nur noch selten ein. „In den letzten Jahren hatte ich fast nur noch Entwidmungen“, sagt die Regionalbischöfin. Dazu gehörte auch der Festakt in der früheren Vahrenwalder Kirche im Mai 2013, die nach dem Zweiten Weltkrieg als erste Kirche in der Stadt gebaut wurde. Die Entwidmung sei laut Spieckermann ein „Abschied schweren Herzens“ gewesen, der jedoch durch die Vorfreude auf das Neue gemindert wurde.

Das 1950 erbaute Gebäude war bautechnisch hoffnungslos veraltet und viel zu groß für die 3200-köpfige Kirchengemeinde, die seit 2000 ein Viertel ihrer Mitglieder verloren hatte. Nachdem verschiedene Szenarien durchgeplant wurden, erwies sich der 2,5 Millionen Euro teure Neubau als die wirtschaftlichste Lösung. Ein Drittel dieser Summe zahlten Landeskirche und Stadtkirchenverband, ein weiteres Drittel stammte aus den Eigenmitteln der Gemeinde. Der Rest wurde überwiegend durch den Verkauf von zwei Grundstücken an die benachbarte Seniorenresidenz Vahrenwald finanziert. Zudem beteiligten sich die Gemeindemitglieder mit Spenden in Höhe von 70 000 Euro an den Kosten.

Der Gesamteindruck der neuen Kirche ist äußerst modern, ebenso wie die Ausstattung und die Wärmedämmung der schlichten grauen Fassade. Die Innenräume wirken durch die hohen Fenster besonders hell und freundlich, eine Eichenholzverkleidung verstärkt diesen Eindruck im Kirchenraum. Ein kleiner innovativer Höhepunkt ist eine fest in der Kirche installierte Videokamera, die die Gottesdienste in das benachbarte Altenheim übertragen wird. In der Fassade der neuen Kirche findet sich ein gläsernes Kreuz als prägendes Element und öffnet den Blick nach Osten in Richtung Jerusalem. Dieses Kreuz findet sich ebenfalls im neuen Schriftzug „Evangelischer Treffpunkt“.

Auf Tradition legt die 1924 gegründete Gemeinde aber ebenfalls Wert. „Wir nehmen viel Altes in die neue Kirche mit“, sagt Pastor Gruber. In den Neubau wurden etwa die Buntglasfenster der alten Kirche eingebaut. Die LKG steuert ein Bronzekreuz bei, das über einem der Eingänge hängen wird. Bislang war die Gemeinschaft, die ebenfalls zur Landeskirche gehört, in der Edenstraße ansässig. Auch hier hatte sich eine Renovierung des Gemeindehauses nicht mehr gelohnt. Deshalb verkauft die LKG an einen Privatinvestor und zog bereits in die Vahrenwalder Straße um, wo sie ebenfalls im Provisorium ihre Gottesdienste feierte.

Außerdem werden die drei Glocken aus dem Altbau wieder in Vahrenwald läuten, zu denen auch eine der ältesten Kirchenglocken Hannovers aus dem 15. Jahrhundert gehört. Bis es so weit ist, muss allerdings noch für 30 000 Euro ein Glockenstuhl in die Glockenkammer eingebaut werden. Aus Kostengründen hatte die Gemeinde diesen Einbau bisher verschoben. Zum Festakt gibt es ein umfängliches Programm: Am kommenden Sonntag, 26. April, wird die neue Kirche ab 10 Uhr bei einem Gottesdienst mit Landessuperintendentin Spieckermann eröffnet. Im Anschluss können die neuen Räume besichtigt werden, außerdem sind Bilder und ein Zeitraffer-Film zur Gebäudeentstehung zu sehen. Um 16 Uhr feiert auch die Landeskirchliche Gemeinschaft eine Messe. Dabei wird Generalsekretär Frank Spatz vom Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband den Evangelischen Treffpunkt offiziell eröffnen.


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