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Foto: Mit Spannung sehen die Ladeninhaber im Podbi-Park einer für Mitte Dezember angesetzten Versteigerung des Komplexes entgehen. Sie hoffen, dass schnell ein neuer Eigentümer gefunden wird.

Mit Spannung sehen die Ladeninhaber im Podbi-Park einer für Mitte Dezember angesetzten Versteigerung des Komplexes entgehen. Sie hoffen, dass schnell ein neuer Eigentümer gefunden wird.© Alexander Körner

Podbi-Park

Ladeninhaber hoffen auf neuen Eigentümer

Seit der Podbi-Park in der List zwangsverwaltet wird herrscht dort Stillstand. Im Dezember wird das Einkaufszentrum versteigert. Die Ladeninhaber hoffen, dass möglichst schnell ein neuer Eigentümer gefunden wird.

List. Die Ladeninhaber im Podbi-Park in der List wünschen sich möglichst schnell einen neuen Eigentümer für das Einkaufszentrum. Mit Spannung sehen sie daher einer für Mitte Dezember angesetzten Versteigerung des Komplexes entgehen. Die Kölner Concordia Bau und Boden AG hatte das Gebäude 1990 von Bahlsen erworben. Nach Jahren, in denen viele Läden leer standen, beantragte eine Bank 2005 die Zwangsverwaltung, weil sich 80 Millionen Euro Schulden angesammelt hatten. Inzwischen gehört die 52.000 Quadratmeter große Immobilie der US-amerikanischen Investorengruppe Lone Star, die Verwaltung wechselte mehrmals. Die verfahrene Eigentümersituation – da sind sich die Mieter einig – hemmt Investitionen, die dringend notwendig wären, um die Attraktivität der Geschäftspassage zu steigern.

Die Betreuungseinrichtung Bambini Learning Center (BLC) hat im Podbi-Park vor rund zwei Jahren eine Kinderkrippe mit 30 Plätzen eröffnet und will sich schon seit Längerem vergrößern. „Wir wollen auch ein Angebot für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren schaffen“, sagt Peter Thiede, Pädagogischer Leiter des BLC. Viele Eltern wollten aber nicht die Kita wechseln, wenn ihre Kinder älter werden. Alle Verhandlungen über die Anmietung weiterer Flächen scheiterten jedoch, weil für eine Kita Büro- und Geschäftsräume umgebaut werden müssen. Diese Umbauten wolle der Zwangsverwalter aber nicht bezahlen. „Es wurden uns viele Steine in den Weg gelegt“, sagt Thiede.

Besonders interessiert ist der Verein schon seit 2009 an dem Pavillon im Innenhof des Podbi-Parks, dem sogenannten Kubus. Dieser steht seit Jahren leer, aber in dessen derzeitigem Zustand will das BLC ihn nicht mieten. Dach und Fenster seien undicht, es fehlten Klimaanlage und Fußbodenheizung, sagt Thiede. Auch die Bemühungen, Büroräume in einer der oberen Etagen zu mieten, scheiterten. „Es ist eine Menge frei, aber es fehlt dort der zweite Fluchtweg“, sagt Thiede. Dieser ist für einen Kindergarten aber zwingend vorgeschrieben. „Die Kosten dafür können nicht an uns hängen bleiben, das muss der Vermieter zahlen“, sagt er.

Seine Expansionspläne hat der Verein nun vorerst auf Eis gelegt. „Wir warten, bis es einen zuverlässigen Vermieter gibt“, sagt Geschäftsführerin Manuela Wellenzohn. Den Glauben daran hat sie aber fast verloren. Auch die Nachricht, dass vor Kurzem ein Kaufinteressent den Podbi-Park besichtigt haben soll, lässt sie kalt. „Davon waren schon so viele hier“, winkt sie ab.

Ursula Lottes vom Modeladen „stilista fashion shop“ hofft ebenso auf einen neuen Eigentümer. Die Inhaberin der Boutique für extravagante Mode wünscht sich eine Renovierung ihrer Lagerräume. Diese sei dem Zwangsverwalter jedoch zu teuer. Sie selbst will aber auch kein Geld in den Ausbau investieren. „Ich weiß ja gar nicht, was aus dem Podbi-Park wird“, sagt sie. Weil die Erweiterung ihres 2008 im Podbi-Park eröffneten Geschäfts nicht möglich war, hat Lottes im Sommer eine zweite Boutique eröffnet. Der neue Laden befindet sich direkt neben dem Hauptgeschäft, ist von diesem aber räumlich komplett getrennt. Einen Durchbruch durch die Wand habe ihr das Center-Management nicht erlaubt. Jetzt muss sie jedes Mal durch die Passage laufen, wenn sie zur Filiale will.

Wolfgang Jentsch dagegen ist mit seinen Ladenräumen im Podbi-Park zufrieden. Im April war er mit seinem Geschäft „Lichtdesign“ von der Lister Straße in das Einkaufszentrum gezogen. „Die Schaufenster sind groß und die Kosten überschaubar – es ist völlig okay“, sagt er. Ein Nachteil sei aber, dass der Podbi-Park zu weit von der Lister Meile entfernt und damit vom Geschehen zu sehr abgehängt sei. Die Ladenpassage sei viel zu schwer zu finden. Jentsch hält einen direkten Zugang zur Lister Meile und eine bessere Beschilderung des Podbi-Parks für notwendig. „Die Hinführung ist bisher miserabel“, kritisiert er.


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