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Foto: Im ehemaligen Oststadtkrankenhaus werden derzeit Flüchtlinge untergebracht.

Im ehemaligen Oststadtkrankenhaus werden derzeit Flüchtlinge untergebracht.© Jan Philipp Eberstein

Groß-Buchholz

Keine Schule für die Neubausiedlung

Die ambitionierten Pläne für das ehemalige Oststadtkrankenhaus haben mit einem Beschluss im Bezirksrat Buchholz ihre erste Hürde - allerdings denkbar knapp genommen: Nur mit einer dünnen Mehrheit von zwei Stimmen verabschiedete Rot-Grün vorige Woche eine mühevoll ausgehandelte Vereinbarung zwischen der Stadt auf der einen und der Region Hannover und dem Regionsklinikum auf der anderen Seite.

Groß-Buchholz. Die übrigen Fraktionen und Einzelvertreter lehnten die Vorlage ab. Sie waren zwar damit einverstanden, dass auf dem Klinikareal in den nächsten Jahren rund 500 Wohnungen entstehen können. Aber die Vereinbarung begräbt auch jede Hoffnung im Gremium, dass das Gelände auch Platz für eine zweite Grundschule in Groß-Buchholz bieten wird. Eine solche Regelung schloss die Stadt aus. Lediglich eine neue Kita will sie bauen.

Auch den Grünen wäre die Ausweisung eines Bauplatzes für Schule auf dem Klinikgelände entgegen gekommen. „Wir stimmen der Vereinbarung trotzdem zu“, sagte Fraktionsvorsitzender Dierk Schneider. Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Wirtschaft, Kay de Cassan, hatte vor der Abstimmung allerdings angekündigt, dass ein möglicher Standort gefunden sei. Das kommunale Wohnungsbauunternehmen GBH verfügt neben der einstigen Klinik über ein Grundstück an der Straße In den Siebenstücken. „Wir bereiten die Ausschreibung für einen Schulneubau vor“, sagte de Cassan. Gesucht sei ein Investor, der auf eigener Fläche baue - das träfe auf die GBH zu. Emsal Tasyürek von der SPD warb um Vertrauen darauf, dass Stadtverwaltung und GBH sich einigen. Der Bezirksrat will eine neue Grundschule in Groß-Buchholz (siehe Beitext). „Wir vertrauen der Ankündigung aber nicht“, sagte Maximilian Oppelt (CDU). Seine Fraktion werde der Vereinbarung nicht zustimmen, so lange der Schulstandort nicht gesichert sei.

Die Schule war für de Cassan selbst nur ein Nebenthema gewesen. Sie wirbt nun in allen politischen Gremien um Zustimmung für eine komplizierte Regelung, die es der Stadt erlaubt, die Fläche des Oststadtkrankenhauses selbst zu vermarkten. 2001 war das Areal an die Region und das Regionsklinikum übergegangen. Das Klinikum wollte die Fläche selbst auf den Markt bringen. Aber angesichts einer notwendigen Bodensanierung und etlicher Erbbaurechte auf dem Grundstück gibt es nun eine andere Lösung: Die Stadt übernimmt kurzerhand alles.

Eine Dialyseklinik, die einen Erbpachtvertrag für ein Teilgrundstück hat, zieht an die Pelikanstraße in der List um und bekommt eine Entschädigung. Auch mit der GBH wird ein Erbpachtvertrag aufgelöst; sie bekommt im Gegenzug Bauland.

Gebäudeabriss, Bodensanierung, der Bau einer Kita und die Schaffung neuer Straßen werden teuer: Obwohl die Stadt durch den Verkauf der Baugrundstücke mit 10 Millionen Euro an Einnahmen rechnet, wird das die Kosten nicht decken. Die Stadt rechnet unterm Strich mit einem Verlust von 3 Millionen Euro. 2016 sollen die Arbeiten im ersten Bauabschnitt starten. Ein Teil der Klinikgebäude bleibt noch einige Jahre lang erhalten. Dort ist eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet.


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