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Foto: Zwei unbekannte Männer haben am Montagabend auf das Pakistan-Zentrum in der List einen Brandanschlag verübt.

Zwei unbekannte Männer haben am Montagabend auf das Pakistan-Zentrum in der List einen Brandanschlag verübt.© Elsner

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List

Brandanschlag auf Moschee

Auf die Al-Ummah-Moschee in der List ist ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte Täter warfen am Montag einen Brandsatz in das Gebäude, der glücklicherweise entdeckt wurde, bevor das Feuer größeren Schaden anrichten konnte.

List. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter aus einem politischen Motiv handelten, und hat die Ermittlungen an Beamte des Staatsschutzes übertragen. Mitglieder der Moschee vermuten, dass Rechtsextremisten hinter der Tat stecken.

Zwei unbekannte Männer hatten den Brandsatz am Montagabend durch ein auf Kipp stehendes Fenster in das Gebetshaus in der Straße Am Listholze gesteckt. Eine Zeugin beobachtete von einem gegenüber liegenden Balkon, wie sich die Täter gegen 21.25 Uhr an dem Fenster zu schaffen machten. Kurz darauf sah die Frau, dass eine Gardine in Flammen stand, und eilte umgehend in die Moschee. Dort bereiteten sich die Mitglieder gerade auf das Abendgebet vor. Es gelang ihnen, die Flammen zu löschen und ein Übergreifen des Feuers auf weiteres Inventar zu verhindern.

Die Polizei rückte mit zwei Streifenwagen vor Ort an, und Kriminaltechniker sicherten Spuren. Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Wittke fanden die Ermittler keine konkreten Hinweise darauf, dass Rechtsextremisten den Brandanschlag verübt haben könnten. „Es gibt kein Bekennerschreiben, und die Beamten haben keine einschlägigen Zeichen wie etwa Hakenkreuze vorfinden können“, sagte Wittke. Dennoch kann die Polizei nicht ausschließen, dass die Täter ein rechtsextremistisches oder zumindest ein politisches Motiv hatten, als sie versuchten, das Pakistan-Zentrum in Brand zu stecken.

Nach Angaben eines Imam hätte das Feuer leicht zu einer Katastrophe führen können. „Hier sind überall Gasleitungen verlegt. Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt worden ist“, sagt er. In der Vergangenheit habe es in dem Zentrum keine Probleme oder Anfeindungen gegeben. „Der Briefkasten ist zweimal zerstört worden, aber dabei haben wir uns nichts gedacht“, sagt er. Er geht davon aus, dass Rechtsextremisten versucht haben, das Feuer zu legen. „Die Zeugen haben alle berichtet, dass die Männer Glatzköpfe waren.“

In der Tat besagt auch die Beschreibung der Polizei, dass die beiden etwa 30 und 35 Jahre alten Männer zumindest auffällig kurze Haare hatten. Die beiden mutmaßlichen Täter flüchteten auf ihren Fahrrädern in Richtung Mittellandkanal. Einer der beiden ist etwa 1,70 Meter groß, schlank und hat sehr kurze, helle Haare. Sein Komplize ist etwas größer, hat eine Stirnglatze und ebenfalls helles, stoppeliges Haar. Eine Glatze muss allerdings schon lange kein Anzeichen mehr für einen rechtsextremistischen Hintergrund sein. Mitglieder der rechten Szene haben sich von ihren einstigen Erkennungsmerkmalen verabschiedet. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.


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