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Neustarter: Mirko Eikermann und Alexander Kabioll ( v. l.) setzen in ihrem neuen Laden Soule Sneakerstore auf Lifestyle-Schuhe.

Neustarter: Mirko Eikermann und Alexander Kabioll ( v. l.) setzen in ihrem neuen Laden Soule Sneakerstore auf Lifestyle-Schuhe.© Marta Krajinovi

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Nordstadt

Neue Läden öffnen am E-Damm

In die Ladenszene am Engelbosteler Damm kommt Bewegung: Innerhalb weniger Wochen sind gleich drei neue Geschäfte mit besonderer Idee eröffnet worden. Die positive Entwicklung am unteren Teil der zentralen Nordstädter Einkaufsstraße bekommt damit einen kräftigen Schub.

Hannover. Mutig erscheint das Konzept von Mirko Eikermann und Alexander Kabioll. Mit nichts als stylischen Sneakern starten die beiden in die Selbstständigkeit. Alex und Miro, wie die beiden sich lieber nennen, haben ihren Laden in Eigenarbeit minimalistisch gestaltet. Im Soule Sneakerstore ist alles auf die bunten Lifestyle-Schule konzentriert. Die beiden blutjungen Shop-Inhaber wollen mit ungewöhnlichen Marken, Modellen und Farbwegen punkten. „Wir wollen es hier sehr persönlich haben“, betont der 24-jährige Alex. Das Credo: Lokaler Markt statt anonymer Abverkauf im Internet. Sie denken sich ihren Laden auch als Anlaufpunkt für die Sneakerszene. Der Turnschuhtalk Hannover trifft sich bereits freitags hier.

Blauäugig sind Alex und der 19-jährige Miro ihr Projekt nicht angegangen. Seit Ende 2013 haben sie sich vorbereitet mit Businessplan, Beratungsgesprächen und Bankkredit. Alex hat seinen Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft zu „Finanzierungsmöglichkeiten für Sneaker-stores am Standort Hannover“ geschrieben. Er weiß um die Gefahr, dass die Begeisterung für das eigene Produktangebot den Blick auf die Marktchancen trüben kann: „Wir sind jung. Wenn es schiefgeht, können wir mit 25 immer noch was Anständiges machen.“ Immerhin: Zur Eröffnung im März kamen rund 800 Sneaker-Nerds - selbst aus Nürnberg, Aachen, Bremen.

Auf deutlich mehr Erfahrung blickt Michaela Mock zurück. Die Floristin führt seit 23 Jahren ihren bezaubernden Blumenladen Indigo am Lindener Markt. Sonnabend hat die 46-Jährige ihre erste Filiale eröffnet - auf 60 Quadratmetern am E-Damm. Entschieden hat die Frau mit dem Händchen für schöne Dinge das erst recht spontan vor sechs Wochen. ­Indigo ist bekannt für ungewöhnliche Blüten und Sträuße, die dann ihren Preis haben. „Ich achte sehr auf Frische und Qualität, weil ich nur so dahinterstehen kann“, betont sie. Am E-Damm will Mock ein preislich gemischtes Sortiment mit Pflanzen, Vasen und Wohnacces-­soires anbieten. „Die Straße ist auch mit dem Erfolg des Cafés 24 Grad bei jungen Leuten sehr im Kommen“, sagt die Blumenhändlerin.

Eingefädelt hat diesen Zuzug Optiker Reiner Graßmann, der das Ladengeschäft vermietet. „Ich wollte etwas Schönes und Besonderes für den E-Damm und kein 08/15-Angebot.“ Schließlich betreibt Graßmann selbst sein Geschäft seit 25 Jahren vor Ort, sein Vater führte den Optikerbetrieb bereits seit 1949 an anderer Stelle auf dem E-Damm. Er hat also Interesse an einem guten Angebotsmix an der Geschäftsstraße. Doch auf Graßmanns Anzeige meldeten sich zuerst nur An- und Verkauf-Anbieter und Handyshops. Die gibt es bereits zur Genüge. Über die Inhaber von Spandau und Designkombinat bekam Graßmann den entscheidenden Tipp - und rief selbst bei seiner zukünftigen Mieterin an. Michaela Mock hatte ihre Suche nach einem passenden Laden auf dem ­E-Damm da schon aufgegeben, und einen Vertrag für ein Lister Geschäft unterzeichnet. Zwei Zweitgeschäfte hatte Mock gar nicht im Sinn, doch Graßmann überzeugte sie.

Dritter Neuzugang ist Florian Schubert mit seinem Fahrradcafé an der Ecke zur Asternstraße. Der 28-Jährige mit Kapitänspatent hat in Bremen Nautik studiert, doch jetzt setzt er auf Räder als Verkehrsmittel mit Zukunft. In den ehemaligen Räumen einer Videothek bietet er mit seiner Lebensgefährtin neben neuen und gebrauchten Holland- und Rennrädern Machwitz-Kaffee sowie Kuchen an. Schubert hat bereits etliche Jahre im Fachhandel gearbeitet. „Es ist sinnvoller, ein gutes gebrauchtes Rad zu kaufen als Schrott aus dem Baumarkt“, glaubt er. Dass die Nordstadt bereits vier Rad-Geschäfte mit jeweils ganz eigenem Charakter hat, ist dem Neuen bewusst. „Konkurrenz sind das Internet und die großen Handelsketten, die Räder verramschen.“

Doch Erfolg am E-Damm ist kein Selbstläufer. Ein Blumenladen in der Nähe der Christuskirche gab vergangenes Jahr wieder auf. Und wo jetzt Sneaker im Schaufenster prangen, zog sich am Jahresanfang mit Bedauern der Related-Store zurück, der ausgesuchte Stücke von jungen deutschen und skandinavischen Designern anbot. Für die Lage war das zu hochpreisig. Jetzt hat nach zehn Jahren auch Casey’s Toptitel geschlossen. Christian Striehl konnte seine kleine Buchhandlung nicht mehr halten. „Ich finde es traurig, denn die persönliche Beratung war hier was Besonderes“, bedauert Stammkunde Rainer Cierpka. Da wo Casey’s weicht, rückt ein Modegeschäft aus Berlin nach. Und neben dem Sneakerstore hat sich ein Suppengeschäft angekündigt.


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