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Es soll bereits Interessenten für die Gebäude am Burgweg geben.

Es soll bereits Interessenten für die Gebäude am Burgweg geben.© Steiner

Burg

Käufer für leere Förderschule gesucht

Seit vergangenem August steht das Gebäude der ehemaligen Paul-Dohrmann-Schule leer. Die Einrichtung hatte sich aufgelöst, um den Inklusionsgedanken zu verwirklichen: Schüler mit Behinderungen sollen gemeinsam mit anderen Kindern lernen. Nun soll das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahre 1956 verkauft werden.

Burg. „Eine weitere schulische Nutzung des Gebäudes ist nicht vorgesehen“, sagte der Bezirksratsbetreuer Darius Pilarski jüngst im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken auf Anfrage der SPD. Derzeit werde nur noch die Sporthalle von Vereinen genutzt, berichtete Pilarski: „Das ist aber nicht dauerhaft geplant.“ Es gebe bereits Kaufinteressenten, Details könne er aber noch nicht nennen. Zunächst würden noch die Vermarktungschancen geprüft.

Das Land Niedersachsen diskutiert derzeit einen Gesetzesentwurf, der vorsieht, dass Kinder mit Handicap ab 2018 nur noch in Regelschulen und nicht mehr an Förderschulen unterrichtet werden. Die Paul-Dohrmann-Schule war eine Lernförderschule – und sie nahm in der Debatte rund um die Inklusion eine Vorreiterrolle ein. Schon Jahre vor ihrer Auflösung kooperierte sie mit Grundschulen in Stöcken und anderen Stadtteilen.

Mit der Gründung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Stöcken bekam das Integrationskonzept neuen Schub: Sie wurde zur weiterführenden Schule für Fünft- und Sechstklässler der Paul-Dohrmann-Schule. Am Burgweg gab es zuletzt nur noch drei Klassen – zu wenig für eine Schule. Die Kinder wechselten mit einigen Lehrern an die Albrecht-Dürer-Förderschule in der List. Damit hörte die Förderschule in Burg auf, als selbstständige Einrichtung zu existieren.

Veränderungen gibt es auch bei der noch verbliebenen Stöckener Förderschule. Die 1969 gegründete Wilhelm-Schade-Schule an der Freudenthalstraße betreute Kinder mit geistigen Behinderungen. Zumindest ihre Grundschulkinder werden aber längst an anderen Standorten unterrichtet: an der Grundschule Am Stöckener Bach sowie den Lindener Einrichtungen Egestorffschule und Am Lindener Markt. „Wir streben ebenfalls an, dass unsere Kinder inklusiv beschult werden“, sagte Rektor Gerd Bohl dem Stadt-Anzeiger.

Doch das soll – so zumindest die gegenwärtigen Überlegungen – nicht zu einer Auflösung führen. Seine Schüler bräuchten eine besondere Vorbereitung auf ihr späteres Leben, meint der Rektor. Dafür werde die Zeit in der Sekundarstufe II genutzt; diese beiden Jahrgänge sollen deshalb in der Förderschule an der Freudenthalstraße bleiben. „Wir arbeiten dort mit einem besonderen Programm“, erläutert Bohl. Dabei gehe es unter anderem um eine angemessene Berufsvorbereitung oder die Gestaltung von Freizeit.

Neu ist aber, dass nun auch die Schüler der Sekundarstufe I nach und nach in Regelschulen unterrichtet werden sollen. Dieses Schuljahr nahmen die Gesamtschulen in Stöcken und Linden erstmals Fünftklässler der Wilhelm-Schade-Schule bei sich auf.

Marcel Schwarzenberger


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